Metformin könnte helfen, Schwangerschaften bei Frauen mit früh auftretender Präeklampsie zu verlängern

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Weitere Studien sind erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen, aber die Forscher sind „vorsichtig optimistisch“, dass eine Behandlung einer vorzeitigen Präeklampsie möglich ist.

Die Gabe des Medikaments Metformin kann Frauen, bei denen eine vorzeitige Präeklampsie diagnostiziert wurde, helfen die Schwangerschaft zu verlängern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die jetzt vom BMJ veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schwangerschaft in der Behandlungsgruppe im Vergleich zur Gruppe ohne Behandlung um eine Woche verlängert werden konnte. Das Ergebnis war jedoch nicht statistisch signifikant und weist daher auf die Notwendigkeit weiterer Studien hin. Wenn dies allerdings mit zukünftigen Forschungen bestätigt werden könnte, könnte dies für Mütter und Kinder von Vorteil sein.

Präeklampsie ist eine schwerwiegende Erkrankung, von der angenommen wird, dass sie durch eine nicht richtig entwickelnde Plazenta verursacht wird. Eine früh auftretende Präeklampsie (zwischen der 26. und 32. Schwangerschaftswoche) führt häufig zu einer frühen Entbindung, wodurch die Kinder dem Risiko einer schweren Behinderung und dem Tod ausgesetzt sind. Metformin wird normalerweise Patienten mit Diabetes verabreicht, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Vorläufige Studien deuten aber darauf hin, dass es auch eine potenzielle Behandlungsoption für Präeklampsie darstellen könnte. Daher untersuchten die Forscher aus Australien und Südafrika nun, ob Metformin mit verlängerter Freisetzung verwendet werden könnte, um die Schwangerschaft bei Frauen, bei denen eine früh auftretende Präeklampsie diagnostiziert wurde, zu verlängern. Die Studie fand in einem großen Krankenhaus in Kapstadt, Südafrika, statt und umfasste 180 schwangere Frauen, die sich einer engmaschigen Überwachung auf eine früh auftretende Präeklampsie unterzogen.

Die Frauen wurden zwischen Februar 2018 und März 2020 rekrutiert, als sie durchschnittlich in der 29. Schwangerschaftswoche waren. Keine von ihnen hatte Diabetes oder nahm bereits Metformin oder andere Medikamente ein, die mit Metformin interagieren könnten. Die Frauen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt: 90 erhielten täglich bis zur Entbindung Metformin mit verlängerter Freisetzung und 90 ein Placebo. Die durchschnittliche Zeit von der Randomisierung bis zur Entbindung betrug 17,7 Tage im Metformin-Arm und 10,1 Tage im Placebo-Arm, was einem durchschnittlichen Unterschied von 7,6 Tagen entsprach. Dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.

Zusätzlich wurden zwei weitere Untersuchungen durchgeführt. Frauen, die Metformin in jeder Dosis weiter einnahmen, hatten eine durchschnittlich 9,6 Tage längere Schwangerschaft und Frauen, die die volle Dosis Metformin einnahmen, eine durchschnittliche 11,5 Tage längere Schwangerschaft. Beide Ergebnisse waren statistisch signifikant. Es gab in Bezug auf schwere Geburtskomplikationen oder Todesfälle sowohl bei den Müttern als auch bei den Babys keine Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsarmen. Zudem wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse beobachtet, obwohl Durchfall häufiger im Metformin-Arm auftrat.

Die Forscher wollten allerdings auch einige Einschränkungen ihrer Studie nennen. Besonders in einem der Krankenhäuser gab es eine hohe Inzidenz von HIV, Fettleibigkeit und chronischem Bluthochdruck bei den Frauen, sodass die Ergebnisse dieses Zentrums möglicherweise nicht allgemeiner anwendbar sind. Nach Meinung der Studienautoren sollen nun weitere Studien mit Metformin durchgeführt werden, um zu zeigen, ob das Medikament die Schwangerschaft statistisch signifikant verlängern kann, und um den Nutzen für Neugeborene zu bewerten. Basierend auf den Ergebnissen ihrer Studie sind sie jedoch jetzt schon vorsichtig optimistisch, dass Metformin mit verlängerter Freisetzung die Schwangerschaft bei Frauen mit vorzeitiger Präeklampsie verlängern kann.