MHH und UMG wollen gemeinsam Onkologisches Spitzenzentrum werden19. Juni 2018 Foto: © rogerphoto – Fotolia.com Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben bei einer Sitzung im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) in Hannover beschlossen, sich gemeinsam bei der Deutschen Krebshilfe um den Titel „Onkologisches Spitzenzentrum“ zu bewerben. MHH und UMG haben laut Mitteilung im Bereich der Onkologie bereits große Verbundprojekte mit starken onkologischen Komponenten erfolgreich beantragt, unter anderem das HighMed-Projekt. Für Niedersachsen von großer Bedeutung „Die MHH und die UMG sind in Forschung, Lehre und Krankenversorgung auf verschiedenen Feldern international ausgewiesen. Beide Universitätskliniken haben in den letzten Jahren ihre Aktivitäten auch in der Onkologie ausgebaut“, sagt Professor Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes der UMG. „Die gemeinsame Antragstellung von MHH und UMG ist für Niedersachsen von großer Bedeutung. Bisher gibt es im Zentrum Deutschlands trotz hoher Patientenzahlen kein solches Onkologisches Spitzenzentrum. Das wollen wir ändern.“ Gemeinsam zum Wohle der Patienten Dr. Andreas Tecklenburg, Vize-Präsident der MHH, sieht in der gemeinsamen Bewerbung die logische Fortsetzung der vorangegangenen Entwicklung: „Mit der Auditierung unseres Claudia von Schilling-Zentrums für universitäre Krebsmedizin und der erneuten positiven Begutachtung haben wir den Grundstein gelegt und wollen im nächsten Schritt auch unsere Forschungsanstrengungen gemeinsam mit den Göttinger Partnern zum Wohle unserer Patienten noch besser koordinieren.“ Königsweg zur erstklassigen Versorgung Der Niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler lobt die Zusammenarbeit beider niedersächsischen hochschulmedizinischen Einrichtungen: „Der Aufbau eines onkologischen Spitzenzentrums ist der Königsweg zur erstklassigen Versorgung der Patientinnen und Patienten in Niedersachsen. Ich freue mich sehr, dass die Medizinischen Hochschule Hannover und die Universitätsmedizin Göttingen dieses herausragende Projekt mit gebündelten Kräften gemeinsam verwirklichen wollen.“ Lücke im Zentrum Deutschlands schließen Fortschritte in der Vorbeugung, Früherkennung, Diagnostik und Therapie der Krebserkrankungen haben die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Die Standards der medizinischen Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten sind nach Einschätzung der Deutschen Krebshilfe bundesweit bislang jedoch noch sehr unterschiedlich. Mit der Etablierung Onkologischer Spitzenzentren ermöglicht die Deutsche Krebshilfe allen Krebskranken eine noch bessere, individuell zugeschnittene Behandlung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Bislang existiert im Zentrum Deutschlands kein Onkologisches Spitzenzentrum, die nächsten Standorte sind Berlin, Hamburg und Essen. Die UMG und die MHH haben nach Angaben der MHH bis zum Herbst 2019 Zeit, um an ihrer gemeinsamen Strategie zu feilen und den Antrag zu formulieren. Zu diesem Zweck soll ein gemeinsames Lenkungsgremium eingesetzt werden. Eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe mit Experten beider Häuser wird eingerichtet.
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