MHH-Wissenschaftler erhält begehrte Heisenberg-Professur7. Dezember 2021 Professor Dr. James Thackeray an einem Einzelphotonen-Emissionscomputertomographen (SPECT) im MHH-Labor für präklinische molekulare Bildgebung. Copyright: Karin Kaiser/MHH Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt nun Dr. James Thackeray aus der Klinik für Nuklearmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit insgesamt 1,2 Millionen Euro. Die DFG hat Dr. James Thackeray von der Klinik für Nuklearmedizin der MHH in das begehrte Heisenberg-Programm aufgenommen. Mit Vergabe einer Heisenberg-Professur für Translationale und Kardiovaskuläre Molekulare Bildgebung zum 1. Januar 2022 würdigt die DFG die herausragende Qualität des Wissenschaftlers und unterstützt seine Forschungsarbeit über fünf Jahre mit 710.000 Euro. Zudem erhält der Nachwuchswissenschaftler rund 480.000 Euro für ein Forschungsprojekt. Die Arbeit hat zum Ziel, Entzündungsreaktionen infolge von Durchblutungsstörungen im Herzen und im Gehirn zu modifizieren, um den Verlust an Herz- und Hirnleistung zu verhindern. „Die Auszeichnung ist ein Beweis für die Exzellenz seiner Arbeit und eine große Ehre für uns alle“, sagt Prof. Michael Manns, Klinikdirektor und Forschungsdekan an der MHH. Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser verstehen und behandeln Seit drei Jahren leitet der Wissenschaftler eine Forschungsgruppe für Translationale und Kardiovaskuläre Molekulare Bildgebung, die mit hochmodernen Bildgebungstechniken immer neue Einblicke in den Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gewinnt. „Bei einem Herzinfarkt sendet das Immunsystem Entzündungszellen aus, um die Wundheilung zu ermöglichen“, erklärt Thackeray. Ist die Entzündungsreaktion jedoch zu stark, werden die Herzmuskelzellen geschädigt. Durch krankhafte Vermehrung der Bindegewebszellen verschlechtert sich die Pumpleistung des Herzens und es kommt zu einer Herzschwäche. Der Schaden betrifft aber nicht nur das Herz. Denn der Infarkt löst auch eine Entzündung der Nervenzellen aus. Diese Neuroinflammation beeinträchtigt die Wahrnehmung und das Denken der Betroffenen und kann langfristig sogar eine Demenz zur Folge haben. Umgekehrt erhöhen Entzündungen im Gehirn nach einem Schlaganfall auch das Risiko eines Herzinfarktes. Um die Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser verstehen und behandeln zu können, will der Wissenschaftler nun zum einen die Entzündungsprozesse genauer untersuchen. Zum anderen möchte er Biomarker finden, die aufzeigen, wie die Vernetzung zwischen Herz und Hirn funktioniert, wie die Organe miteinander kommunizieren und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. „Die molekulare Bildgebung akuter Entzündungen gibt uns jetzt schon wichtige Einblicke in den Krankheitsverlauf“, sagt der Wissenschaftler. Von der bildgesteuerten Präzisionsmedizin sollen Patientinnen und Patienten direkt profitieren. „Wir wollen unsere Untersuchungsmethoden weiterentwickeln, um das individuelle Risiko für Folgeschäden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die möglichen Auswirkungen auf andere Organe besser einzuschätzen und dadurch Zeitpunkt und Dosis für eine gezielte molekulare Therapie entwickeln zu können“, sagt der Thackeray.
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