Mikrobiomprofil und Schwere eines Reizdarmsyndroms14. Juni 2017 © nerthuz – fotolia.com Bei der Analyse des Mikrobioms im Stuhl und in der Mukosa von Patienten mit Reizdarmsyndrom (RDS) sowie gesunden Kontrollpersonen ist ein Mikrobiomprofil entdeckt worden, das mit der Schwere von RDS-Symptomen in Zusammenhang steht. Die Forscher sammelten Stuhl- und Mukosaproben von erwachsenen Patienten, die die Rom-III-Kriterien für IBS erfüllten, sowie von gesunden Kontrollpersonen. Die Untersuchungskohorte bestand aus 110 IBS-Patienten und 39 Kontrollen bzw. 232 Stuhlproben und 59 Mukosabiopsien. Sie wurden mittels 16S-rRNA-Pyrosequenzierung analysiert. Die Validierungskohorte umfasste 29 IBS-Patienten und 17 Kontrollen mit 46 Stuhlproben, aber ohne Mukosaproben. Bei jedem Studienteilnehmer wurden zudem Wasserstoff- und Methangehalt im Atem gemessen sowie die oro-anale Transit-Zeit und das Ausmaß psychischer und gastrointestinaler Symptome. Methanbildner im Stuhl wurden mittels quantitativer Polymeraseketten-Rektion (PCR) gemessen. Für das Mikrobiom im Stuhl wurde eine Kovariation mit dem an der Mukosa adhärenten Mikrobiom festgestellt. Mithilfe klassischer Verfahren konnten die Studienautoren keinen Unterschied in der Menge oder der Zusammenstellung des fäkalen Mikrobioms zwischen IBS-Patienten und gesunden Kontrollen feststellen. Eine maschinelle Lernprozedur – ein rechnerisches statistisches Verfahren – erlaubte eine Reduktion der Komplexität der 16S-rRNA-Daten auf eine mikrobielle Signatur des schweren IBS in der Validierungskohorte. Anhand dieser Signatur war es möglich, zwischen Patienten mit schweren Symptomen, solchen mit leichten bzw. moderaten Symptomen und Gesunden zu unterscheiden. Durch Verwendung der Signatur des Darmmikrobioms konnten die Studienautoren feststellen, dass das Ausmaß von IBS-Symptomen in einem negative Zusammenhang mit der mikrobiellen Vielfalt steht sowie mit dem Methangehalt in der Ausatemluft, dem Vorhandensein von Methanbildnern und mit Enterotypen mit einem hohen Anteil an Clostridiales- oder Prevotella-Spezies. Diese Mikrobiomsignatur ließ sich laut den Wissenschaftlern nicht durch Unterschiede in der Ernährung oder der Einnahme von Medikamenten erklären. Autoren: Tap J et al. Korrespondenz: Prof. Muriel Derrien, Danone Nutricia Research, Avenue de la Vauve, Palaiseau, Frankreich; [email protected] Studie: Identification of an Intestinal Microbiota Signature Associated With Severity of Irritable Bowel Syndrome Quelle: Gastroenterology 2017;152(1):111–123.e8. Web: www.gastrojournal.org
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