Mikroplastik verändert Reaktion des Körpers auf Allergene3. Juni 2026 Foto: New Africa/stock.adobe.com Eine Studie am Mausmodell zeigt den Einfluss von Mikroplastik-Partikeln auf Immunantwort und Entzündungen der Atemwege: Die Partikel bleiben in der Lunge der Mäuse und kann die Allergie-Immunreaktion verändern. Mikroplastik ist Gegenstand intensiver medizinischer Forschungen. Über die Auswirkungen auf das Immunsystem ist jedoch noch wenig bekannt. Eine Studie unter Leitung der Medizinischen Universität Wien zeigt nun, dass winzige Partikel aus Polyethylenterephthalat (PET) in der Lunge von Mäusen verbleiben. Dort verstärken sie Atemwegsentzündungen und können die mit Allergien verbundenen Immunreaktionen verändern. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Journal of Hazardous Materials Advances“ publiziert. Sie verdeutlichen die gesundheitliche Relevanz der zunehmenden Umweltbelastung durch Mikroplastik. Kombination aus Mikroplastik und Pollen kann Atemwegsentzündung verstärken Im Rahmen der Studie untersuchte das Forschungsteam um Michelle Epstein (Universitätsklinik für Dermatologie, Experimental Allergy Laboratory, MedUni Wien) die Auswirkungen von PET-Partikeln unterschiedlicher Größe und Verabreichungsform im Mausmodell. PET zählt zu den weltweit besonders weit verbreiteten Kunststoffen. Es wird unter anderem in Verpackungen, Getränkeflaschen, Textilien und medizinischen Materialien verwendet. Nach einer einmaligen Gabe von PET-Mikroplastik mittlerer Größe über die Atemwege stellten die Forschenden fest, dass die Partikel mindestens 14 Tage lang in der Lunge nachweisbar blieben. In diesem Zeitraum kam es zu einer Entzündungsreaktion mit vermehrter Einwanderung von Lymphozyten und eosinophilen Granulozyten. Kombinierte das Forscherteam die Gaben von PET-MPs mit Ragweed-Pollen, verstärkte sich unter bestimmten Bedingungen die Atemwegsentzündung. In weiteren Experimenten brauchten die Forschenden PET-Mikroplastik-Partikel in Kombination mit anderen Allergenen über die Bauchhöhle ein. Dabei zeigte sich eine veränderte systemische Immunantwort. Die PET-Mikroplastik-Partikel verstärkten die Entzündung und beeinflussten die Antikörperreaktion gegen das Allergen. Mikroplastik: Aktiver Einfluss auf Immunreaktionen „Unsere Studie zeigt, dass PET-Mikroplastik nicht einfach im Körper verbleibt, sondern aktiv Immunreaktionen beeinflusst, die an der Entstehung und Verstärkung allergischer Reaktionen und Entzündungen beteiligt sind“, verdeutlicht Studienleiterin Epstein. Die Forschenden betonen jedoch, dass die Ergebnisse in Mausmodellen gewonnen wurden. Deshalb sei eine direkte Übertragung auf reale Expositionsbedingungen beim Menschen nicht ohne Weiteres möglich. „Sie liefern jedoch wichtige Hinweise auf mögliche immunologische Wirkungen von Mikroplastik, die einmal mehr die gesundheitliche Relevanz dieser Umweltbelastung in den Fokus rücken und in weiteren Studien untersucht werden müssen“, so Epstein. Mehr zum Thema Mikroplastik:https://biermann-medizin.de/umweltproblem-kunststoff-neuer-lancet-countdown-zu-plastik-und-gesundheit-ins-leben-gerufen/https://biermann-medizin.de/lungengaengige-mikroplastikpartikel-die-gefahr-lauert-nicht-nur-draussen/
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