Milzgröße und fMRT in Kombination: Neue schonende Methode zur Risikoabschätzung bei Lebererkrankungen19. Mai 2022 Darstellung der Milz. (Abbildung: © SciePro/stock.adobe.com) Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Medizinischen Universität (MedUni) Wien (Österreich) zeigt in einer aktuellen Studie, dass die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) als schonendes Verfahren für die Vorhersage von Komplikationen bei chronischen Lebererkrankungen angewendet werden kann. Die Forschenden kombinierten dafür ein einfaches Risikostratifizierungssystem – den Functional Liver Imaging score (FLIS) – mit der Milzgröße. Dieses neue nichtinvasive Verfahren kann invasive Untersuchungen ergänzen. Für ihre Studie analysierte die multidisziplinäre Forschergruppe der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin und der Universitätsklinik für Innere Medizin III von MedUni Wien und des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) Wien Patienten der Leberzirrhose-Ambulanz des Universitätsklinikums AKH Wien. Dabei bestätigte sich der hohe Nutzen des an der MedUni Wien entwickelten Functional Liver Imaging Score (FLIS) als Ergänzung beziehungsweise mögliche Ablöse bisheriger invasiver Verfahren zur Abschätzung von Schweregrad und Sterblichkeitsrisiko. Mit der im Rahmen der aktuellen Studie erstmals durchgeführten Verknüpfung von FLIS und Milzgröße entwickelten die Wissenschafter die neue nichtinvasive Methode weiter. Denn aus der Kombination gewannen sie ergänzende Informationen zur Risikoabschätzung bei Patienten mit fortgeschrittenen chronischen Lebererkrankungen. Milzgröße als Risikomarker Der FLIS wird mittels fMRT unter Verwendung eines leberspezifischen Kontrastmittels erhoben und auf einer Skala von 0 bis 6 Punkten dargestellt. In der Studie stellte sich heraus, dass Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung und einem niedrigen FLIS (0-3 Punkte) oder einem hohen FLIS (4-6 Punkte), aber einer großen Milz (>13 cm Durchmesser) im Vergleich zu Patienten mit hohem FLIS (4- 6 Punkte) und kleiner Milz (≤13 cm) ein 3,2-fach erhöhtes Risiko für leberassoziierte Komplikationen aufweisen. Außerdem hatten Patienten mit einem niedrigen FLIS (0-3 Punkte) unabhängig von der Milzgröße im Vergleich zu jenen mit hohem FLIS (4-6 Punkte) und kleiner Milz (≤13 cm) ein 8,5-fach erhöhtes Sterberisiko. Mit der Kombination von FLIS und Milzgröße griffen die Forschenden die in der Medizin schon länger bekannte Tatsache auf, dass es im Zuge einer chronischen Lebererkrankung häufig zu einem Pfortaderhochdruck kommt. Dieser treibt das Auftreten von Komplikationen voran und führt zu einer Vergrößerung der Milz: Je schwerwiegender die Lebererkrankung, desto ausgeprägter ist der Pfortaderhochdruck – und desto größer ist die Milz. Die Erkenntnisse aus der Studie sollen nun durch multizentrische, also an verschiedenen Einrichtungen parallel durchgeführte klinische Untersuchungen bestätigt werden. Wie die Autoren der aktuellen Analyse, Nina Bastati und Lucian Beer von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin von MedUni Wien und AKH Wien, betonen, können die fMRT mittels leberspezifischem Kontrastmittel und die Milzgrößenmessung bereits jetzt in der klinischen Praxis angewendet werden.
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