Mitralklappeninsuffizienz: Überlebensraten bei Männern deutlich geringer

Eine aktuelle Studie der Barmer zur Mitralklappeninsuffizienz verdeutlicht einen deutlichen geschlechtsspezifischen Unterschied bei der Mortalität über zehn Jahre. Symbolfoto: ©ibreakstock/stock.adobe.com

Männer mit einer Mitralklappeninsuffizienz haben langfristig ein höheres Sterberisiko als Frauen. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg).

Die Analyse basiert auf anonymisierten Abrechnungsdaten von 56.577 erwachsenen Barmer-Versicherten mit neu diagnostizierter, asymptomatischer Mitralklappeninsuffizienz. Diese wurden jeweils nach Alter und Geschlecht mit Personen ohne dokumentierte Herz-Kreislauf-Erkrankung verglichen. Der Beobachtungszeitraum betrug bis zu zehn Jahre. Untersucht wurden Komplikationen der Mitralklappeninsuffizienz, Klappeneingriffe, neu auftretende Krebserkrankungen und die Gesamtsterblichkeit.

Dabei zeigte: Trotz fehlender Beschwerden waren nur 73,8 Prozent der Männer zehn Jahre nach Erstdiagnose der Herzklappenerkrankung noch am Leben – verglichen mit 81,8 Prozent der Frauen. „Für Männer ist eine Mitralklappeninsuffizienz besonders risikoreich. Deshalb ist nach der Erstdiagnose eine geschlechtssensible Nachsorge wichtig. Gerade bei Männern sind engmaschige Kontrollen essenziell“, sagt Prof. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

Männer häufiger mit Folgeerkrankungen

Wie aus der Studie in Kooperation mit dem Uniklinikum Hamburg-Eppendorf und dem Deutschen Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung weiter hervorgeht, entwickelten 51,5 Prozent der Männer in den zehn Jahren nach Erstdiagnose einer Mitralklappeninsuffizienz daraus hervorgehende Komplikationen. Dazu gehören zum Beispiel eine Herzinsuffizienz oder ein Vorhofflimmern. Bei Frauen lag der Anteil im selben Zeitraum bei 44 Prozent. „Die Analyse zeigt, dass sich bei zunächst beschwerdefreier Mitralklappeninsuffizienz deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen im weiteren Krankheitsverlauf und in der Prognose zeigen“, so Barmer-Chef Straub.

Deutlicher Anstieg an Krankenhausfällen

Selbst bei anfänglicher Symptomlosigkeit sei die Mitralklappeninsuffizienz nicht automatisch eine harmlose Frühform, sondern könne gerade im weiteren Verlauf durchaus riskant werden, hebt die Barmer in einer Mitteilung zur Studie hervor. So habe es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg an entsprechenden Krankenhausfällen gegeben. Im Jahr 2024 seien 22.900 Menschen in Deutschland mit einer Mitralklappeninsuffizienz in stationärer Behandlung gewesen und damit rund 55 Prozent mehr als im Jahr 2013 mit 14.800 Betroffenen.