ESC 2026 Studienhighlights auf dem ESC 202631. Juli 2026 In diesem beherbergt das International Congress Center der Messe München den ESC-Kongress. (Foto: ©tina7si/stock.adobe.com) Auf dem ESC-Kongress 2026 in München werden die Ergebnisse von 59 bahnbrechenden Studien erstmals vorgestellt. Auf welche Highlights sich die Besucher freuen dürfen, berichtet der Vorsitzende des ESC-Kongress-Programmkomitees Prof. Tomasz Guzik. Unter dem Motto „Spotlight on Artificial Intelligence“ findet der Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in diesem Jahr in Deutschland statt. Das International Congress Center der Messe München öffnet vom 28. bis 31. August seine Türen für tausende internationale Fachleute aus dem Gesundheitswesen. Guzik erläutert vorab, welche wissenschaftlichen Highlights die Teilnehmenden vor Ort und online erwarten. 59 Studien in 12 Hot-Line-Sitzungen „Randomisierte kontrollierte Studien sind der Eckpfeiler der evidenzbasierten kardiovaskulären Medizin, da sie die höchste Evidenzstufe liefern, an der sich die klinische Praxis orientieren kann“, verdeutlicht Guzik. In diesem Jahr sei eine Rekordzahl an Einreichungen zu aktuellen klinischen Studien beim ESC-Kongress eingegangen, was das bemerkenswerte Innovationstempo in der Kardiologie widerspiegele. Zur Präsentation ausgewählt wurden schließlich 59 Studien mit der höchsten wissenschaftlichen Qualität und dem größten klinischen Potenzial. Diese werden in 12 Hot Line-Sitzungen auf dem ESC-Kongress vorgestellt. Laut Guzik untersuchen sie neue Medikamente, Medizinprodukte, Bildgebungstechnologien, digitale Innovationen und neuartige Behandlungsmethoden und befassen sich mit vielen der wichtigsten Fragen, mit denen Kliniker heute konfrontiert sind. „Da viele dieser Studien zum ersten Mal vorgestellt werden, gehen wir davon aus, dass sie direkten Einfluss auf klinische Leitlinien und die tägliche Patientenversorgung haben werden, während andere die Zukunft der Kardiologie prägen werden“, hebt der Mediziner hervor. Zu den Studien, die seiner Ansicht die größten Auswirkungen haben könnten, zählen die folgenden. Faktor-XIa-Hemmer nach ACS und schnelle Diagnose des Herzinfarktes Bei der Studie LIBREXIA-ACS (Hot Line 3, 29. August 11:00–12:15) handelt es sich um eine der größten „Hot Line“-Studien. An ihr nehmen über 14.000 Patienten teil, die kürzlich ein akutes Koronarsyndrom (ACS) erlitten haben. Das primäre Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit von Milvexian im Vergleich zu Placebo zu bewerten, wenn es zusätzlich zur Standardtherapie verabreicht wird, um das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten nach ACS zu senken. „Seit Jahren wartet die Fachwelt auf Belege dafür, ob Faktor-XIa-Hemmer wiederkehrende ischämische Ereignisse nach ACS reduzieren können, ohne dass es zu den bei früheren Antikoagulanzien beobachteten Blutungen kommt. Diese bahnbrechende Studie könnte die Behandlung des zugrunde liegenden Risikos nach einem Myokardinfarkt neu definieren“, so Guzik. Er verweist außerdem auf die PRESC1SE-MI-Studie (Hot Line 4; 29. August 16:15–17:15). In dieser wird im Rahmen einer groß angelegten Studie mit fast 68.000 Notfallpatienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt an Standorten in Europa, den USA, Australien und Asien eine schnelle Methode zur Bestätigung oder zum Ausschluss von Herzinfarkten getestet. Konkret wird darin untersucht, ob der schnellere ESC-0/1h-Algorithmus mindestens ebenso sicher und sogar wirksamer ist als der ESC-0/3h-Algorithmus. Die Ergebnisse könnten die Patientenversorgung verbessern, die Überlastung der Notaufnahme verringern und die Gesundheitskosten senken. Eplontersen und Aficamten zur Behandlung der Kardiomyopathie Zwei weitere Studien (beide (Hot Line 1, 28. August 11:00–12:18) könnten die Behandlung verschiedener Formen der Kardiomyopathie neu gestalten – einer Gruppe fortschreitender Herzmuskelerkrankungen, die das Leben der Patienten stark einschränken. CARDIO-TTRansform wird zeigen, ob Eplontersen, eine Antisense-Therapie, die das amyloidbildende Protein senkt, die Ergebnisse bei der Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie verbessern kann – einer einst seltenen, aber zunehmend anerkannten Ursache für Herzinsuffizienz. Die Ergebnisse der ACACIA-HCM-Studie werden bestätigen, ob der kardiale Myosin-Hemmer Aficamten, der übermäßige Herzmuskelkontraktionen reduziert, die ersten positiven Ergebnisse für Patienten mit nicht obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie liefern könnte – einer häufigen Form der Erkrankung, für deren Ursache es bislang kein zugelassenes Medikament gibt. Statine für gesunde Senioren? Guzik hebt außerdem die STAREE-Studie (Hot Line 2, 29m August 8:15–9:45) hervor, in der eine etablierte Wirkstoffklasse, die Statine, untersucht wird: „Diese groß angelegte Studie befasst sich mit einem sehr häufigen Dilemma in der klinischen Praxis – sollten wir gesunden Menschen über 70 Jahren Statine verabreichen, um das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und die demenzfreie Überlebenszeit zu senken? Die Ergebnisse von STAREE werden für Millionen älterer Erwachsener und ihre behandelnden Ärzte von unmittelbarer Bedeutung sein.“ Er fasst zusammen: „Das Programm des ESC-Kongresses ist der Ort, an dem neue Erkenntnisse auf die klinische Praxis treffen. Die Hot-Line-Sitzungen präsentieren die Durchbrüche von morgen, während das breiter angelegte Programm untersucht, wie diese in eine bessere Versorgung von Patienten weltweit umgesetzt und in die klinischen Praxisleitlinien der ESC integriert werden können.“ (ah/BIERMANN)
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