Mittelohr-Modell soll Diagnose verbessern28. November 2017 Prof. Dr. Michael Lauxmann. Foto: © Hochschule Reutlingen/Scheuring Das Forschungsvorhaben „Personalized, Model-Based, Functional Acoustic Hearing Diagnostic“ von Prof. Michael Lauxmann der der Hochschule Reutlingen, soll die Diagnose von Hörkrankheiten mittels eines Mittelohr-Modells verbessern. Die VolkswagenStiftung fördert das Projekt im Rahmen der Ausschreibung Experiment! „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Es zeigt, dass wir mit unserer Forschungsidee in die richtige Richtung denken, auch wenn der Ansatz riskant ist“, so Lauxmann. Gemeinsam mit Dr. Ernst Dalhoff der Universitäts-HNO-Klinik Tübingen entwickelt er ein Modell des Mittelohrs. Ziel ist, die Diagnose von Hörkrankheiten deutlich zu verbessern. Eigenschaften des Mittelohrs sichtbar machen Bisher machen Ärzte verschiedene Hörtests und orientieren sich bei der Diagnose an Erfahrungswerten und statistischen Normkurven. Allerdings ist das Übertragungsverhalten des Schalldrucks durch das Mittelohr ins Innenohr von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Spezifische Diagnosetests und eine quantitative Auswertung sind schwierig. Lauxmann möchte mit einem komplexen mathematischen Modell die versteckten Eigenschaften des Mittelohrs sichtbar machen. Behandlung von Hirntumoren Zukünftig könnte das sogar bei der Behandlung bestimmter Hirntumore helfen, die eine kontinuierliche Messung des Hirndrucks erfordern, was heute über eine Sonde im Schädel des Patienten erfolgt. Das Innenohr ist nämlich mit der Gehirnflüssigkeit verbunden und beeinflusst systematisch die Übertragungseigenschaften des Mittelohrs. Dies kann zur Messung des Gehirndrucks genutzt werden. „Noch wissen wir allerdings nicht, ob unser Verfahren wirklich sensitiv genug sein wird“, verdeutlicht Lauxmann den experimentellen Charakter des Forschungsvorhabens. Er verfolgt methodisch einen ganz neuen Ansatz, der das Potenzial hat, internationale Standards in der klinischen Diagnostik zu verändern. Die VolkswagenStiftung fördert das Projekt über einen Zeitraum von 18 Monaten mit knapp 120.000 Euro, der Höchstsumme des Förderprogramms. Mit im Boot ist Benjamin Sackmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand bei Lauxmann. Nur besonders originelle und unkonventionelle Forschungsvorhaben, die potenziell eine große Wirkung haben könnten, werden von der Stiftung positiv bewertet
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