Mobiles One-Health-Labor für die Diagnostik von hochpathogenen Erregern17. Juni 2025 Der MOBILISE Allrad-Lkw. Foto: Mandy Jörn/Friedrich-Loeffler-Institut Ein mobiles Labor für hochpathogene Erreger, um bei unerklärlichen Krankheitsausbrüchen vor Ort Proben von Menschen, Tieren und aus der Umwelt zu untersuchen – ganz nach dem One-Health-Ansatz. Diese Idee steckt hinter dem EU-geförderten Projekt „MOBILISE“. Nicht alle Länder und Regionen verfügen über schnelle Transportmöglichkeiten für Proben und Hochsicherheitslabore für die Diagnostik und im Krisenfall ist oft auch der räumliche Zugang zu Gebieten beschränkt. In solchen Fällen kann ein mobiles Labor, das mit modernsten Geräten und molekularbiologischen, serologischen und mikrobiologischen Techniken zur Erregerdiagnostik bestückt ist, helfen, einen Seuchenausbruch frühzeitig zu erkennen und dadurch die richtigen Behandlungs- und Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Das bedeutet: Keine Verzögerungen durch Probenversand oder bürokratische Hürden – und damit ein entscheidender Vorteil bei der Eindämmung von Ausbrüchen. Mobile fahrzeuggestützte Labors wurden bereits in der Vergangenheit in Afrika zum Beispiel im Rahmen der Ebola-, Corona- und mPox-Ausbrüche eingesetzt. Angesichts der Größe und Unbeweglichkeit dieser zumeist 30 bis 40 Tonnen schweren Labor-Trucks kamen sie aber nur selten an den eigentlichen Ort des Geschehens. Deshalb wurde das MOBILISE-Labor nach einem völlig anderen Prinzip verwirklicht: Das Basisfahrzeug ist ein kleiner geländegängiger Allrad-LKW, bei dem die Laborfläche im Betrieb durch ausfahrbare Seitenwände um den Faktor drei erweitert wird. Der gesamte Laborbereich steht unter ständigem Unterdruck und wird über bakterien- und virendichte Filter mit Zu- und Abluft versorgt. Sämtliche feste und flüssige Abfälle werden autoklaviert. Die Energieversorgung erfolgt umweltfreundlich über Solarzellen und Akkus sowie einem kleinen Windrad (in Planung). Optional kann ein Dieselgenerator zugeschaltet werden. Das Laborfahrzeug wurde von der Firma MDSC systems Öü (Estland) gebaut. Bis zum 20. Juni testet nun das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den Prototypen an seinem Hauptstandort auf der Insel Riems. Nach ersten Testläufen in Österreich und Deutschland folgen weitere in Griechenland und Ostafrika. Bevor „MOBILISE“ in den echten Einsatz gehen kann, müssen noch weitere Betriebsgenehmigungen eingeholt werden. Dieses EU-Projekt wird vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Hamburg koordiniert. Neben dem FLI sind die Austrian Institute of Technology (AIT) GmbH (Österreich), Exus (Griechenland), das AGES (Österreich), Filiala de Cruce Rosie Sector 5 (Rumänien), BEIA consult international SRL (Rumänien) und Ethnikos organismos dimosias ygeias (Griechenland) weitere Partner im Konsortium.
Mehr erfahren zu: "Mikrobiota in Mund und Darm: Möglichkeit der Identifizierung gastrointestinaler Krebserkrankungen" Mikrobiota in Mund und Darm: Möglichkeit der Identifizierung gastrointestinaler Krebserkrankungen Mit einer Analyse der Mundmikrobiota lassen sich möglicherweise Signale erkennen, die mit Magen- und Darmkrebs in Zusammenhang stehen. Diese Entdeckung könnte zur Entwicklung neuer, weniger invasiver Screening-Tests auf gastrointestinale Krebserkrankungen […]
Mehr erfahren zu: "Diagnose seltener Krankheiten: Wie sich Genomsequenzierung und Blutproteomik ergänzen" Diagnose seltener Krankheiten: Wie sich Genomsequenzierung und Blutproteomik ergänzen Die Diagnose seltener Erkrankungen bleibt trotz moderner Genomsequenzierung oftmals eine Herausforderung. Eine neue Studie zeigt nun, dass die Blutproteomik zusätzliche Hinweise auf krankheitsverursachende Genvarianten liefern und bislang ungeklärte Diagnosen aufdecken […]
Mehr erfahren zu: "Chirurgie plädiert für den Einsatz von KI zur Sepsis-Früherkennung" Chirurgie plädiert für den Einsatz von KI zur Sepsis-Früherkennung Anlässlich des heutigen Welt-Sepsis-Tages hebt die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz zur Früherkennung einer Sepsis und zur Vermeidung sepsisbedingter Todesfälle hervor.