Moderne Tätowierfarben: Ein Potpourri verschiedener Pigmente24. Oktober 2019 © Haramis Kalfar – Adobe Stock Die Anzahl der tätowierten Menschen hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark zugenommen. Für die besonders betroffene Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen liegt die Prävalenz von Tätowierungen bei etwa 35 %. Tätowierfarben enthalten seit Langem auch metallische Pigmente, die im Verdacht stehen, allergische Kontaktdermatosen auslösen zu können. Verlässliche Daten zum Einsatz von Metallpigmenten in modernen Tätowierfarben sind kaum verfügbar. Ein Team US-amerikanischer Dermatologen der Universitätsklinik Minneapolis hat in einer kürzlich im „Journal of the American Academy of Dermatology“ eine Studie publiziert, in der die Zusammensetzung der in den USA hergestellten und vertriebenen Tätowierfarben untersucht wurde; außerdem erforschten sie Fälle von durch diese Farben ausgelösten Kontaktdermatosen. Unter Anwendung spezifischer Suchbegriffe führten die Autoren eine Websuche durch; die Informationen zu den in den Produkteinlegern der Farben gelisteten Pigmenten wurden zusammengetragen und ausgewertet. Die Dermatologen untersuchten insgesamt 1416 einzelne Tätowierfarben. Im Durchschnitt enthält eine Farbflasche 3 Pigmente. Es konnten 44 unterschiedliche Pigmente identifiziert werden, von denen 10 metallische Pigmente enthielten, darunter Eisen, Barium, Zink, Kupfer, Molybdän und Titan. Die anderen 34 Tätowierfarben enthielten Kohlenstoff, Azo-Farbstoff, Diketopyrrolopyrrol-Pigmente, Chinacridon, Anthrachinon, Dioxazinpigmente oder Quinophthalon. Eine entsprechende Literatursuche ergab, dass 11 der 44 (25 %) Pigmente im Verdacht stehen, Kontaktdermatosen auszulösen; bei 5 Farben konnte dies durch einen Patch-Test bestätigt werden. Die Untersuchungsergebnisse offenbaren die Diversität der gegenwärtig in Tätowierfarben zum Einsatz kommenden Pigmente. Relativ wenige Farben enthielten Metallpigmente, die nachgewiesenermaßen mit Kontaktdermatosen einhergehen können. Patch-Tests durchführende Ärzte sollten über die neuartigen Pigmente informiert sein, so die Empfehlung der Autoren. (am)
Mehr erfahren zu: "Wie Schuppenflechte auf die Gelenke übergreift" Wie Schuppenflechte auf die Gelenke übergreift Forschende aus Erlangen haben die Wanderung von Entzündungszellen von der Haut in das Gelenk entschlüsselt.
Mehr erfahren zu: "Neutrophile als frühe Akteure der Atopischen Dermatitis" Neutrophile als frühe Akteure der Atopischen Dermatitis Eine experimentelle Studie an Hunden mit Atopischer Dermatitis belegt eine frühe, zeitlich begrenzte neutrophile Immunantwort nach Allergenexposition – ein möglicher Schlüssel zum besseren Verständnis früher entzündlicher AD-Mechanismen.
Mehr erfahren zu: "Prof. Sebastian Haferkamp an der Universitätsmedizin Halle" Prof. Sebastian Haferkamp an der Universitätsmedizin Halle Seit dem 1. Januar 2026 hat Prof. Sebastian Haferkamp die Professur für Dermatologie und Venerologie an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg inne.