Moderne Tätowierfarben: Ein Potpourri verschiedener Pigmente

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Die Anzahl der tätowierten Menschen hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark zugenommen. Für die besonders betroffene Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen liegt die Prävalenz von Tätowierungen bei etwa 35 %. Tätowierfarben enthalten seit Langem auch metallische Pigmente, die im Verdacht stehen, allergische Kontaktdermatosen auslösen zu können. Verlässliche Daten zum Einsatz von Metallpigmenten in modernen Tätowierfarben sind kaum verfügbar.

Ein Team US-amerikanischer Dermatologen der Universitätsklinik Min­neapolis hat in einer kürzlich im „Journal of the American Academy of Dermatology“ eine Studie publiziert, in der die Zusammensetzung der in den USA hergestellten und vertriebenen Tätowierfarben untersucht wurde; außerdem erforschten sie Fälle von durch diese Farben ausgelösten Kontaktdermatosen. Unter Anwendung spezifischer Suchbegriffe führten die Autoren eine Websuche durch; die Informationen zu den in den Produkteinlegern der Farben gelisteten Pigmenten wurden zusammengetragen und ausgewertet.

Die Dermatologen untersuchten insgesamt 1416 einzelne Tätowier­farben. Im Durchschnitt enthält eine Farbflasche 3 Pigmente. Es konnten 44 unterschiedliche Pigmente identifiziert werden, von denen 10 metallische Pigmente enthielten, darunter Eisen, Barium, Zink, Kupfer, Molybdän und Titan. Die anderen 34 Tätowierfarben enthielten Kohlenstoff, Azo-Farbstoff, Diketopyrrolopyrrol-Pigmente, Chinacridon, Anthrachinon, Dioxazinpigmente oder Quinophthalon. Eine entsprechende Literatursuche ergab, dass 11 der 44 (25 %) Pigmente im Verdacht stehen, Kontaktdermatosen auszulösen; bei 5 Farben konnte dies durch einen Patch-Test bestätigt werden.

Die Untersuchungsergebnisse offenbaren die Diversität der gegenwärtig in Tätowierfarben zum Einsatz kommenden Pigmente. Relativ wenige Farben enthielten Metall­pigmente, die nachgewiesenermaßen mit Kontaktdermatosen einhergehen können. Patch-Tests durchführende Ärzte sollten über die neuartigen Pigmente informiert sein, so die Empfehlung der Autoren. (am)