Mögliche Therapieoption bei OSA: Billiger und nichtinvasiv15. September 2023 Transkutane elektrische Stimulation als alternative Therapieoption bei obstruktiver Schlafapnoe? Foto: Microgen/Stock.adobe.com Transkutane elektrische Stimulation (TENS) wird normalerweise gegen Schmerzen eingesetzt. Eine klinische Studie zeigt, dass TENS die Atmung bei Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) verbessert. Die kürzlich in der Fachzeitschrift „eClinical Medicine“ veröffentlichten Ergebnisse der TESLA-Studie, die von Forschenden des King’s College London und des Guy’s & St Thomas’ NHS Foundation Trust (beide Großbritannien) durchgeführt wurde, zeigen das Potenzial einer neuen Therapieoption für Patienten mit einem Gerät zur transkutanen elektrischen Stimulation (TENS) bei OSA, von der weltweit etwa eine Milliarde Menschen betroffen sind. Bei OSA wird zur Zeit vor allem die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) eingesetzt. Allerdings nutzen drei Monate nach Therapiebeginn nur noch 75 Prozent der Betroffenen das Gerät, nach fünf Jahren nur noch etwa 25 Prozent. Eine evidenzbasierte Alternative ist die Unterkieferprotussionsschiene, und für einige Fälle gibt es chirurgische Optionen, wie etwa die Stimulation des Hypoglossusnervs. Für ihre Studie verwendeten die Forschenden des des King’s College London und des Guy’s & St Thomas’ NHS Foundation Trust ein TENS-Gerät, dessen Kabel mit Elektroden verbunden sind, die wie Pads aufgeklebt werden können. Üblicherweise wird es zur Schmerzlinderung, beispielweise bei Arthritis oder während der Wehen eingesetzt. Wie die TESLA-Studie belegt, kann TENS eine kostengünstige und nichtinvasive Therapieoption sein – wenn die Patienten darauf ansprechen. Studienteilnehmer mit OSA wurden randomisiert und erhielten entweder ein TENS-Gerät oder eine CPAP-Therapie. Die leichte und kontinuierliche elektrische Stimulation des Gerätes reichte aus, um die Atemwege während des Schlafs offen zu halten, sodass die Atmung weiterhin leicht möglich war. Die mit TENS behandelten Patienten zeigten Verbesserungen bei der nächtlichen Atmung und eine deutliche Verringerung der Erschöpfung am Tag. Der Studie zufolge kommt die Therapie für Patienten, die nicht gut auf CPAP ansprechen, als Zweilinientherapie infrage. Im Gegensatz zu den Alternativen sei ein TENS-Gerät nichtinvasiv, kostengünstig und habe kaum Nebenwirkungen, betont Prof. Joerg Steier, Professor für Pneumologie und Schlafmedizin am King’s College London und Facharzt am Guy’s & St Thomas’ NHS Foundation Trust. „Die TESLA-Studie zeigt uns das Potenzial einer neuen Therapieoption, der transkutanen elektrischen Stimulation, und es wird interessant sein zu sehen, wie die Methode in der klinischen Praxis eingesetzt werden kann,“ ergänzt Steier. Eine multizentrische Studie ist geplant.
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