Molekül MCC950 verspricht neuen Therapieansatz bei Mukoviszidose

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Es hat sich gezeigt, dass ein neuer Ansatz zur Behandlung von Mukoviszidosepatienten Entzündungen reduziert, wodurch der Bedarf an Lungentransplantationen verringert und das Mortalitätsrisiko gesenkt werden kann.

Die Studie, die von Forschern des Royal College of Surgeons in Irland (RCSI) durchgeführt wurde, wurde in der aktuellen Ausgabe des „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“veröffentlicht.

Zwar sind in den vergangenen Jahren neue Therapien zur Verbesserung der Lungenfunktion und des Überlebens dieser Patienten aufgekommen, doch der Mangel an wirksamen entzündungs- und infektionshemmenden Behandlungen für diese Patientengruppe stellt weiterhin eine erhebliche Herausforderung dar. Die Forscher stellten fest, dass eines der aggressivsten Bakterien in der Lunge von Mukoviszidosepatienten bestimmte Immunzellen dazu veranlasst, ihren Stoffwechsel zu verändern. Diese Veränderung wiederum führt dazu, dass die Immunzellen ein Protein produzieren, das Entzündungen hervorruft.

Die Wissenschaftler beobachteten, dass hohe Konzentrationen dieses Proteins mit einer schlechteren Lungenfunktion und einem höheren Risiko für Tod oder die Notwendigkeit einer Lungentransplantation verbunden war.

Die Arbeitsgruppe setzte dann in einem Mukoviszidosemodell im Labor das Molekül MCC950 ein, um die Proteinkonzentration zu senken. Dies reduzierte nicht nur die Entzündung, sondern beseitigte auch die Bakterien in der Lunge. Dies ist laut den Forschern das erste Mal, dass man bei Mukoviszidose in vivo dieses Protein durch Adressierung des Zellstoffwechsels stoppen konnte. Die Wissenschaftler sehen hier einen möglichen neuen Ansatz zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen.

„Dies ist ein wichtiger erster Schritt, um die Patienten-Outcomes für Mukoviszidosepatienten signifikant zu verbessern. Es bedarf weiterer Tests, bevor ein Einsatz an Patienten möglich ist. Wir sind aber der Ansicht, dass diese Ergebnisse sehr vielversprechend sind und sie dieses Molekül zu einem Kandidaten für klinische Studien machen könnten“, erklärt Prof. Gerry McElvaney vom RCSI und Seniorautor der Studie, für die die RCSI-Forscher mit Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen und dem Trinity Biomedical Sciences Institute zusammenarbeiteten.