Molekularer Regulierung des Herz-Kreislauf-Systems auf der Spur17. Juni 2019 Foto: © CrazyCloud – Adobe/Stock Neuer Sonderforschungsbereich (SFB) analysiert vielfältige Rollen von Ribonukleinsäure(RNA)-Molekülen/weiterer RNA-SFB verlängert Die Goethe-Universität hat gemeinsam mit der TU München einen neuen SFB eingeworben, der in den kommenden vier Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit circa 11 Mio. Euro gefördert wird. Ein weiterer SFB zur RNA-Forschung wird zum zweiten Mal verlängert. Das Konsortium aus 30 Forschenden wird im neuen SFB untersuchen, welchen Einfluss nicht kodierende RNAs auf die Entwicklung, Regulation und zelluläre Prozesse des Herz-Kreislauf-Systems haben. Im verlängerten SFB geht es um die Struktur und Funktion diverser RNA-Varianten in Biologie und Chemie. RNAs galten lange nur als Botenmoleküle, die Erbinformation für die Herstellung von Proteinen kodieren. Inzwischen weiß man, dass mehr als 90 Prozent der RNA-Moleküle eine erstaunliche Vielfalt anderer Aufgaben erledigen. Viele von ihnen regulieren Abläufe in der Zelle (siRNA, miRNA und sRNA), andere können faszinierende 3-dimensionale Strukturen bilden und dienen als Enzyme oder Schalter für zelluläre Prozesse. Auch bei Erkrankungen des Herzkreislaufsystems spielen nicht kodierende RNAs eine maßgebliche Rolle. Der von Prof. Stefanie Dimmeler vom Institut für Kardiovaskuläre Regeneration an der Goethe-Universität Frankfurt und Prof. Stefan Engelhardt vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der TUM koordinierte neue Transregio SFB „Non-coding RNA im kardiovaskulären System“ wird erforschen, wie nicht kodierende RNAs im Herz-Kreislauf-System hergestellt und transportiert werden. Weiterhin geht es darum, wie sie zelluläre Abläufe beeinflussen und welche Rolle sie bei der Entstehung und Heilung von Herz-Kreislauf-Krankheiten spielen. Langfristig sollen auch neue therapeutische Zielmoleküle gefunden werden. Weitere Partner sind die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und die Medizinische Hochschule Hannover. SFB geht in die dritte Förderperiode Im Fokus des verlängerten SFBs „Molekulare Mechanismen der RNA-basierten Regulation“ unter der Sprecherschaft von Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, steht die Funktion der RNA in Chemie und Biologie. Die Forschenden der Goethe-Universität und der TU Darmstadt interessiert insbesondere, wie RNAs die Genexpression regulieren. Während der ersten beiden Förderperioden (insgesamt acht Jahre) haben die Forschenden diverse spektroskopische Methoden etabliert, um die Struktur der komplexen Makromoleküle zu entschlüsseln. Diese Methoden sollen nun von In-vitro-Systemen auf lebende Systeme (in vivo) übertragen werden. Die Forschenden erwarten neue Einblicke in die Funktion der verschiedenen RNA-Varianten in lebenden Zellen.
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