Neue Ausstattung für das Kinderherzkatheterlabor am Universitätsklinikum Heidelberg5. Mai 2026 v.l.n.r.: Prof. Matthias Gorenflo, Dr. Anna Gilster und Prof. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender des Verbunds der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim, vor der Infotafel (Quelle: © Hendrik Schröder/Universitätsklinikum Heidelberg) Das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg freut sich über eine neue Kardangiographieanlage. Sie ermöglicht kardiologische Untersuchungen und minimalinvasive Eingriffe am Herzen schon bei Frühgeborenen. Eine private Spende in Höhe von einer Million Euro finanzierte die Neuanschaffung. Für die medizinische Versorgung von Kindern mit angeborenem Herzfehler steht in der Klinik für Kinderkardiologie und Angeborene Herzfehler des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) seit vielen Jahren eine Kardangiographieanlage. Nun hat das Team der Medizintechnik am UKHD die bestehende Anlage durch ein neues, hochmodernes Gerät ersetzt. Ermöglicht wurde dies durch die private Spende einer selbst Betroffenen: Dr. Anna Gilster kam mit einem Herzfehler zur Welt und ist seit vielen Jahren Patientin am Heidelberger Universitätsklinikum. Spende als Ausdruck der Dankbarkeit Bei ihrer Geburt Anfang der 1980er-Jahre waren die Möglichkeiten der Frühdiagnostik noch eingeschränkt. Herzkatheteruntersuchungen gab es zwar, der Eingriff war aber mit erheblichen Risiken verbunden. Gilster erhielt eine Diagnose erst im Kindesalter und wurde als Vierjährige unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine operiert. Mit ihrer Spende bringt sie nun ihre Dankbarkeit für den medizinischen Fortschritt zum Ausdruck und ermöglicht heutigen Patienten eine frühe und risikoarme Versorgung. „Ich möchte betroffenen Kindern und ihren Eltern Mut machen: Angeborene Herzfehler können heute sehr gut und sicher therapiert werden“, erklärt Gilster. „Ich freue mich, dass die neue Anlage vielen Kindern mit angeborenen Herzfehlern ein unbeschwertes Aufwachsen ermöglicht.“ Bei einer Einweihungsfeier am 24. April wurde im Kinderherzkatheterlabor eine Informationstafel angebracht, die über die persönliche Geschichte der Spenderin informiert. „Ich danke Frau Dr. Gilster im Namen des gesamten Vorstands und der Mitarbeitenden der Klinik für Kinderkardiologie und Angeborene Herzfehler für ihr außerordentliches Engagement“, betonte Prof. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender des Verbunds der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim. „Dank Frau Dr. Gilsters großzügiger Spende können wir unsere allerkleinsten Patientinnen und Patienten nach dem neuesten Stand der Technik, effizient, präzise und sicher diagnostizieren und versorgen.“ Reduzierte Strahlendosis, exzellente Aufnahmen Die jährlich etwa 500 Patienten des Heidelberger Kinderherzkatheterlabors profitieren unter anderem von der deutlich reduzierten Strahlendosis des neuen Systems. Prof. Matthias Gorenflo, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinderkardiologie und Angeborene Herzfehler des UKHD, zählt weitere Vorteile auf: „Die Anlage liefert in Echtzeit hochauflösende 3D-Aufnahmen des Herzens und der Herzgefäße, die eine extrem genaue Orientierung während des Eingriffs ermöglichen. Um die Röntgenaufnahmen noch gezielter auswerten zu können, stehen uns verschiedene smarte Filter zur Verfügung. Zusätzlich können wir externe Bilddaten, zum Beispiel aus MRT-Untersuchungen, in die laufende Herzkatheteruntersuchung integrieren.“ Neu ist außerdem, dass die Überwachung der Patienten während des Eingriffs direkt über die Anlage erfolgt. Werte wie Sauerstoffsättigung und Blutdruck müssen somit nicht mehr separat erfasst werden. Einzug auf Zeit: Umzug des Labors ins neue Herzzentrum Die neue Anlage wird ihren Standort im Untergeschoss der Kinderklinik in wenigen Jahren wieder verlassen: Mit Fertigstellung des neuen Herzzentrums des UKHD wird auch die Pädiatrische Kardiologie samt Kinderherzkatheterlabor in den Neubau umziehen. Mit dem Umzug erhält die Anlage ein Update durch den Hersteller und kann dann auf dem aktuellsten Stand der Technik wieder in Betrieb gehen. Die Bauarbeiten für das Herzzentrum laufen seit Oktober 2025, die Fertigstellung ist aktuell für das Jahr 2030 geplant.
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