Monozygote Zwillingspaare: Höherer BMI erhöht das Diabetesrisiko21. März 2017 © esthermm – fotolia.com Bei monozygoten (MZ) Zwillingspaaren ging in einer aktuellen Studie ein höherer BMI nicht mit einem erhöhten Risiko für Myokardinfarkt (MI) oder Tod einher, jedoch mit dem Einsetzen von Diabetes. Diese Ergebnisse sprächen möglicherweise dafür, dass Lebensstilinterventionen zur Reduktion von Adipositas effektiver sind, um das Diabetesrisiko zu senken, als das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen oder Tod, so die Autoren um Dr. Peter Nordström von der Universität im schwedischen Umeå. Sie hatten das Risiko für MI, Typ-2-Diabetes und Tod bei MZ Zwillingspaaren mit unterschiedlichem Body-Mass-Index (BMI) verglichen, da laut Beobachtungsstudien Adipositas einen wichtigen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen und Tod darstellt, das Ausmaß genetischer Störfaktoren bei diesen Zusammenhängen aber unklar ist. Nordström und seine Kollegen identifizierten eine Kohorte aus 4046 MZ Zwillingspaaren mit unterschiedlichen BMIs anhand des landesweiten schwedischen Zwillingsregisters. Die Studie lief vom 17.03.1998 bis zum 16.01.2003, mit Nachbeobachtung bezüglich der Outcomes bis zum 31.12.2013. Als kombinierten primären Endpunkt legten die Autoren Tod oder MI und als sekundären Endpunkt neu auftretenden Diabetes fest. Dabei wurden diese Endpunkte im Vergleich der schwereren zu den schlankeren Zwillingen in einer Co-Zwillings-Kontrollanalyse mit multivariabler konditionaler logistischer Regression evaluiert. Den Ergebnissen ist zu entnehmen, dass das durchschnittliche (Standardabweichung, SD) Alter eingangs bei 57,6 (9,5) Jahren lag (Spanne 41,9–91,8 Jahre). Während einer mittleren Nachbeobachtungsphase von 12,4 (2,5) Jahren traten bei den schwereren Zwillingen 203 MIs (5,0 %) und 550 Todesfälle (13,6 %) auf (mittlerer [SD] BMI 25,9 [3,6]), verglichen mit 209 MIs (5,2 %) und 633 Todesfällen bei den schlankeren Zwillingen (15,6 %) (mittlerer [SD] BMI 23,9 [3,1]; kombinierte multivariabel adjustierte Odds Ratio [OR] 0,75; 95 %-KI 0,63–0,91). Das Team um Nordström beobachtete, dass selbst bei Zwillingspaaren, deren BMI um ≥7,0 Einheiten auseinander lag (Mittel [SD] 9,3 [0,7]) und bei denen der schwerere Zwilling einen BMI von ≥30 hatten (n=65 Paare) das Risiko für MI oder Tod bei den schwereren Zwillingen nicht höher war (OR 0,42; 95 %-KI 0,15–1,18). Im Gegensatz dazu sahen die Autoren in der Gesamtkohorte der Zwillinge, dass das Risiko für neu auftretenden Diabetes bei den schwereren Zwillingen höher war (OR 2,14; 95 %-KI 1,61–2,84). Zudem stellten sie fest, dass Anstiege des BMI im Zeitraum ab 30 Jahren vor der Baseline nicht mit dem späteren Risiko oder Tod assoziiert waren (OR 0,97; 95 %-KI 0,89–1,05), hingegen aber mit dem Risiko für neu auftretenden Diabetes (OR 1,13; 95 %-KI 1,01–1,26). Autoren: Nordström P et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Risks of Myocardial Infarction, Death, and Diabetes in Identical Twin Pairs With Different Body Mass Indexes Quelle: The Journal of the American Medical Association (JAMA) Internal Medicine 2016;176(10): 1522–1529. Web: dx.doi.org/10.1001/jamainternmed.2016.4104
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