Morbus Crohn bei Hidradenitis suppurativa: Risiko um das Dreifache erhöht24. Januar 2019 © designer491 – fotolia.com In eingeschränktem Ausmaß gibt es Nachweise, die einen Zusammenhang zwischen Hidradenitis suppurativa (HS) und Morbus Crohn (MC) erstellen; in den USA, so schreiben es die Autoren einer aktuell in JAMA Dermatology publizierten Studie, ist dieser Zusammenhang nicht anerkannt oder etabliert. Die Forscher evaluierten in einer Querschnittsstudie die Prävalenz von MC bei Patienten mit HS in den Vereinigten Staaten und erkundeten das Ausmaß des angeblichen Zusammenhangs zwischen den beiden Erkrankungen. Dazu analysierten sie die Daten von 51.430 Patienten mit gesicherter HS-Diagnose; die Datensätze stammten aus der „Explorys multiple health system data analytics and research platform“, in der Daten von Patienten aus allen US-Regionen gespeichert sind. Als Primärziel der Untersuchung galt die MC-Diagnose unter Patienten mit HS. Von 18.455.660 Patienten waren 51.340 mit HS diagnostiziert (davon 35.000 Frauen). Von diesen HS-Patienten waren 29.010 (56,5 %) zwischen 18 und 44 Jahre alt, 17.580 (34,2 %) waren zwischen 45 und 64 Jahre alt und 4750 waren 65 Jahre oder älter. Die Prävalenz von MC unter den HS-Patienten betrug 2,0 % (1.025/51.340), im Vergleich zu 0,6 % (113.360/18.455.660) unter den Patienten ohne HS. Die Prävalenz für MC lag am höchsten unter hellhäutigen Patienten (2,3 %), die im Alter zwischen 45 und 64 Jahren lagen (2,4 %), nicht übergewichtig (2,8 %) und Raucher (2,3 %) waren. In univariabler und multivariabler Analyse lag die Wahrscheinlichkeit für CD unter HS-Patienten 3,29 mal höher (95 %-Konfidenzintervall 3,09–3,50) bzw. 3,05 mal höher (95 %-Konfidenzintervall 2,87–3,25) als unter Patienten ohne HS. MC stand in allen Patienten-Subgruppen mit HS in Assoziation. Der Zusammenhang war unter Männern (Chancenverhältnis 3,61), Patienten zwischen 45 und 64 Jahren (Chancenverhältnis 3,49), nicht Übergewichtigen (Chancenverhältnis 4,09) und Nichtrauchern (Chancenverhältnis 3,44) am stärksten ausgeprägt. Anhand der gewonnenen Daten gehen die Autoren davon aus, dass Patienten mit HS ein erhöhtes Risiko in sich tragen, an MC zu erkranken. Gastrointestinale Symptome bei HS-Patienten sollten daher möglichst durch einen Gastroenterologen abgeklärt werden.
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