Morbus Crohn: Nikotinentwöhnung wirkt sich positiv aus4. Februar 2019 © Sondem – fotolia.com Wie die Autoren einer britischen Studie kürzlich festgestellt haben, ist bei rauchenden Patienten mit Morbus Crohn zum Zeitpunkt der Diagnose der Verbrauch an Kortikosteroiden höher. Sie weisen außerdem eine stärkere Abhängigkeit von Kortikosteroiden auf sowie ein höheres Risiko für eine Darmoperation. Mit dem Rauchen aufzuhören scheine positive Auswirkungen auf die krankheitsbezogenen Outcomes zu haben, schreiben die Wissenschaftler – so nehme auch die Abhängigkeit von Kortikosteroiden ab. An diesem Umstand sei deutlich abzulesen, wie wichtig es ist, diese Patienten bei der Nikotinentwöhnung zu unterstützen. Die Studienautoren hatten in einer Forschungsdatenbank 3553 Patienten identifiziert, bei denen zwischen 2005 und 2014 ein M. Crohn neu diagnostiziert worden war. 1121 (32 %) von ihnen waren Raucher. Die Wissenschaftler verglichen die folgenden Outcomes bei Rauchern und Nichtrauchern: Verwendung von Kortikosteroiden insgesamt; Krankheitsschübe, die die Verwendung von Kortikosteroiden erforderten; Abhängigkeit von Kortikosteroiden und Darmoperationen. Die Forscher verglichen diese Outcomes auch zwischen immer noch aktiven Rauchern und solchen, die innerhalb von 2 Jahren nach der Diagnose den Nikotinkonsum aufgegeben hatten. Die Autoren stellten fest, dass Raucher zum Zeitpunkt der Diagnose des M. Crohn signifikant mehr KortiKosteroide einsetzten (56 vs. 47 %; p<0,0001). Sie erlitten außerdem proportional gesehen mehr Krankheitsschübe, die Kortikosteroide erforderten (>1 solcher Schub/Jahr: 9 vs. 6 %; p<0,0001) und waren häufiger von Corticosteroiden abhängig (27 vs. 21 %; p<0,0001) als Nichtraucher. Eine Regressionsanalyse ergab, dass der Nikotinkonsum zum Zeitpunkt der Diagnose mit einem erhöhten Risiko für Darmoperationen verbunden war (Hazard Ratio [HR] 1,64; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,16–2,52). Ein signifikant höherer Anteil von Rauchern, die den Nikotinkonsum aufgaben, blieb im Vergleich zu den weiter aktiven Rauchern während des Nachbeobachtungszeitraumes steroidfrei (45,4 vs. 37,5 %; p=0,02). Außerdem wurden bei den ehemaligen Rauchern geringere Raten einer Kortikosteroidabhängigkeit beobachtet als bei den weiterhin aktiven Rauchern (24 vs. 33 %; p=0,008). (ac) Fazit Die Krankheitszeichen rauchender Patienten mit M. Crohn können sich durch eine Rauchentwöhnung bessern. Ebenso kann der Kortikosteroideverbrauch zurückgehen. Eine frühe Raucherentwöhnung sei daher wichtig, so die Studienautoren abschließend. Autoren: Alexakis C et al. Korrespondenz: Richard Pollok, Department of Gastroenterology, St George’s University of London, Cranmer Terrace, London, SW17 0QT, Großbritannien; [email protected] Studie: Smoking Status at Diagnosis and Subsequent Smoking Cessation: Associations With Corticosteroid Use and Intestinal Resection in Crohn‘s Disease Quelle: Am J Gastroenterol 2018;113(11):1689–1700. Web: www.nature.com/articles/s41395-018-0273-7
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