Morbus Crohn verläuft nach erfolgter Appendektomie deutlich milder25. April 2025 Foto: © Rudy/stock.adobe.com Eine Appendektomie kann den Verlauf eines Morbus Crohn beeinflussen. Noch ist die Beweislage dazu aber spärlich und widersprüchlich. Dänische Forschende überprüften nun im Rahmen einer Studie den möglichen Zusammenhang zwischen einer Appendektomie und dem klinischen Verlauf von M. Crohn. Dabei stellte sich heraus, dass der M.-Crohn-Krankheitsverlauf bei Patienten, die sich im Vorfeld einer Blinddarmoperation unterzogen hatten, wesentlich milder ist. Die Studienärzte identifizierten im dänischen nationalen Krankenregister alle Personen, bei denen im Zeitraum von 1977–2017 in Dänemark ein M. Crohn diagnostiziert worden war. Alle Probanden mit einer Appendektomie wurden mit ≤10 Vergleichspatienten mit M. Crohn, aber ohne Appendektomie verglichen. Zudem wurde die Rate der M.-Crohn-bedingten Krankenhauseinweisungen bei Probanden mit und ohne Appendektomie ermittelt. Außerdem berechneten die Forscher die adjustierten HR (aHR) für den Beginn einer Behandlung mit Biologika oder für Darmresektionen. Insgesamt wurden 21.189 M.-Crohn-Patienten (1936 mit Appendektomie und 19.253 ohne) identifiziert und im Median 13,6 Jahre lang beobachtet. Probanden, bei denen eine Blinddarmoperation durchgeführt worden war, wiesen eine geringere Rate an M.-Crohn-bedingten Hospitalisierungen auf (Appendektomie vor M. Crohn: Inzidenzratenverhältnis [IRR] 0,83; 95 %-KI 0,81–0,85; Appendektomie nach M. Crohn: IRR 0,85; 95 %-KI 0,81–0,88) vs. M-Crohn-Patienten ohne Blinddarmoperation. Bei Personen mit Appendektomie vor der M.-Crohn-Diagnose mussten seltener Biologika gegeben werden als bei solchen ohne Appendektomie (aHR 1 bis <5 Jahre 0,61; 95 %-KI 0,46–0,81; aHR 5 bis <10 Jahre 0,47; 95 %-KI 0,33–0,66; aHR 10–20 Jahre 0,61; 95 %-KI 0,47–0,79), und sie hatten ein geringeres Risiko für eine Kolorektalresektion (aHR 1 bis <5 Jahre 0,94; 95 %-KI 0,77–1,15; aHR 5 bis <10 Jahre 0,63; 95 %-KI 0,47–0,85; aHR 10–20 Jahre 0,75; 95 %-KI 0,54–1,04). Die Raten der Dünndarmoperationen waren bei Patienten mit oder ohne Appendektomie vor der M.-Crohn-Diagnose vergleichbar. Eine danach durchgeführte Appendektomie hatte keinen Einfluss auf die Rate der begonnenen Biologika-Therapien oder der Durchführung von Darmresektionen. (je)
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