Morbus Menière und Migräneprophylaxe29. April 2019 Foto: © Khunatorn – Fotolia.com Die Ursachen des Morbus Menière sind nicht hinlänglich bekannt. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen können, jedoch zum Teil kontrovers beurteilt werden. Hierzu gehört auch der Ansatz, den Morbus Menière mittels einer Migräneprophylaxe zu behandeln. In einer aktuellen Studie untersuchten Otolaryngologen der University of California die Lebensqualität von Patienten mit Morbus Menière nach einer solchen Therapie. Hierzu erhielten Patienten, die definitiv an Morbus Menière erkrankt waren, einen Fragebogen (Meniere‘s Disease Outcomes Questionnaire-Retrospective, MDOQ-R), um den Einfluss der Migräneprophylaxe auf die Lebensqualität zu evaluieren. Veränderungen der physikalischen, emotionalen und sozialen Parameter, die durch Morbus Menière tangiert werden, wurden berechnet und mit prä- sowie posttherapeutischen Werten hinsichtlich der Lebensqualität abgeglichen. Der zuvor genannte Fragebogen wurde an 27 konsekutive Patienten mit sicher diagnostiziertem Morbus Menière ausgegeben. In der Auswertung wurden nur die Fragebögen von Patienten inkludiert, die das 18-monatige Follow-up absolvierten, wodurch nur 25 Patienten evaluiert werden konnten. Die durchschnittliche Veränderung der Punktwerte zur Lebensqualität belief sich auf 25 ± 16 (Schwankungsbereich -3 bis 55). Die Lebensqualität verbesserte sich bei 23 (92 %) in jedem der untersuchten Bereiche; bei 1 (4 %) Patienten traten keine Veränderungen auf, 1 Patient (4 %) bewertete die Lebensqualität nach Therapie schlechter als vor Therapie. Die Mehrheit der Patienten mit Morbus Menière, bei denen zuvor eine diuretische Therapie zu keinerlei messbarem Erfolg führte, sprachen positiv auf die Medikation zur Migräneprophylaxe an; dies zeigte sich besonders in einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität. Die vorliegende Studie liefere, so die Autoren, weitere Anhaltspunkte für eine Korrelation der pathophysiologischen Basis von Morbus Menière und vestibulärer Migräne und zeige die Wirksamkeit einer Migräneprophylaxe bei Morbus Menière. (am)
Mehr erfahren zu: "Morbus Sjögren: Präzisionstherapie für Autoimmun-Erkrankung in Sicht" Morbus Sjögren: Präzisionstherapie für Autoimmun-Erkrankung in Sicht Der Entzündungs-Botenstoff Interferon-Alpha kann die Sjögren-Krankheit auslösen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) sowie der Universitäten Bonn, Edinburgh und Newcastle.
Mehr erfahren zu: "Nasopharynxkarzinom: Tislelizumab plus Chemotherapie" Weiterlesen nach Anmeldung Nasopharynxkarzinom: Tislelizumab plus Chemotherapie Eine aktuelle Studie legt Daten zur 3-Jahres-Wirksamkeit der Kombination aus Tislelizumab plus Chemotherapie zur Behandlung des Rezidivierenden oder metastasiertem Nasopharynxkarzinoms vor.
Mehr erfahren zu: "KBV: „Patientendaten müssen vertraulich bleiben“" KBV: „Patientendaten müssen vertraulich bleiben“ Laut Kabinettsentwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) soll der Zugriff der Kassen auf die elektronische Patientenakte (ePA) nochmals erweitert werden. Die KBV warnt vor einem […]