MS: Pflaster für die Nase soll Therapie verbessern12. Februar 2020 Die Projektgruppe N2B-patch, die an der Entwicklung einer effizienteren Therapie für MS-Patienten arbeitet. (Foto: HBC) In einem von der EU geförderten Forschungsprojekt entwickelt ein internationales Konsortium eine neue Technologie zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS). Das Projekt „N2B-patch“ verfolgt den Ansatz, Wirkstoffe durch die Nase ins Gehirn (Nose to Brain) zu bringen. Für das Forschungsvorhaben arbeitet die Fakultät Biotechnologie der Hochschule Biberach (HBC) unter anderem mit dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik in Stuttgart zusammen, welches das Projekt auch koordiniert. Zusätzlich sind die European MS Platform (EMSP), eine europaweite Patientenvertretung, sowie die Firma Beiter Formen- und Modellbau, Sigmaringendorf, eingebunden. Das europäische Konsortium wird komplementiert durch weitere Partner aus der Wissenschaft, der Industrie, einer Uniklinik, sowie Beratungsfirmen für regulatorische Angelegenheiten und Verwertung. Beim jüngsten Projekttreffen standen insbesondere der aktuelle Stand der Entwicklung und die Frage im Mittelpunkt, ob die Hoffnungen, die MS-Patienten mit dem neuen Ansatz verbinden, in erreichbare Nähe rücken. Denn, so erläutert Nora Kriauzaitė von der Patientenvertretung EMSP mit Sitz in Brüssel, die Behandlung könnte den Alltag vieler MS-Patienten erheblich vereinfachen – bis hin zu deutlich effizienteren Therapien. „MS gilt bislang als nicht heilbar; von der neuen Technologie erhoffen wir uns einen Durchbruch in der Behandlung sowohl mit existierenden als auch mit zukünftigen Wirkstoffen.“ Konkret verfolgen die WissenschafterInnen – unter Ihnen Prof. Chrystelle Mavoungou und Prof. Katharina Zimmermann aus der Fakultät Biotechnologie der HBC – die Idee, eine Art Pflaster in die Nase von Patienten einzuführen. Dieser Patch gibt den Wirkstoff exakt dosiert über einen längeren Zeitraum ab. Da Nasenhöhle und Gehirn an dieser Stelle nur durch das Siebbein und einige Zellschichten voneinander getrennt sind, kann der Wirkstoff einfach von der Nase ins Gehirn gelangen. Für Patienten, die an einer Erkrankung des zentralen Nervensystems leiden, könnte diese neuartige Therapie eine enorme Verbesserung ihrer Situation bedeuten. Angefangen von einer weniger belastenden Behandlung, weil mit geringeren Nebenwirkungen zu rechnen ist und das Medikament seltener und ohne Krankenhausaufenthalt verabreicht werden kann, bis zur Möglichkeit, dass der Krankheitsverlauf verlangsamt oder gar gestoppt wird. Dass die tatsächlichen Bedürfnisse der von MS betroffenen Menschen von Anfang an in die Überlegungen der WissenschaftlerInnen einfließen, darin sieht die Patientenvertretung EMSP ihre Rolle innerhalb des internationalen Konsortiums. „Patienten sind die Experten für ihre Krankheit“, sagt Krauzaitė, die das Transferprojekt seitens der MS-Verbandes begleitet. Die WissenschaftlerInnen der Hochschule Biberach konzentrieren sich innerhalb Forschungsverbundes auf die Entwicklung einer Darreichungsplattform für Wirkstoffe sowie auf die Abstimmung mit den Zulassungsbehörden für Arzneimittel und Medizinprodukte, die für die pharmazeutische Herstellung notwendig sind. Möglich wurde das Projekt durch eine Förderung der EU-Kommission im Rahmen des Programms für Forschung und Innovation HORIZON 2020. Zudem werden die WissenschaftlerInnen auch durch das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg (Minister Manne Lucha, MdL) sowie den Landkreis Sigmaringen (Landrätin Stefanie Bürkle) unterstützt.
Mehr erfahren zu: "Genetischer Risikofaktor und Virusinfektion tragen gemeinsam zur Multiplen Sklerose bei" Genetischer Risikofaktor und Virusinfektion tragen gemeinsam zur Multiplen Sklerose bei Multiple Sklerose wird durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus mitverursacht. Daneben spielen aber auch bestimmte Genvarianten eine wichtige Rolle. Wie Forschende der Universität Zürich zeigen, führt erst das molekulare Zusammenspiel […]
Mehr erfahren zu: "Projekt für Umgang mit psychisch belasteten Schülern startet" Projekt für Umgang mit psychisch belasteten Schülern startet Verhaltensauffälligkeiten nehmen auch im Schulalltag zu. Nach langer Planung startet in Sachsen nun ein Projekt, das Lehrkräfte sowie Schulleitungen entlasten soll.
Mehr erfahren zu: "Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angststörungen und Panikattacken" Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angststörungen und Panikattacken Auch mehrere Jahre nach Ende der Corona-Pandemie prägt diese Zeit noch Tausende Teenager in Baden-Württemberg in Form psychischer Erkrankungen.