Mukoviszidose: Mit Fettsäuren Bakterien das Leben schwer machen15. Dezember 2022 Das Laborexperiment zeigt den hemmenden Effekt (grüner Pfeil) kurzkettiger Fettsäuren auf das Wachstum der Bakterien in einer Kulturschale. (Quelle: © Andrew Tony-Odigie) Der Mukoviszidose e.V. fördert ein Projekt am Universitätsklinikum Heidelberg zur antibakteriellen Wirkung bestimmter Fettsäuren auf das Wachstum krankmachender Keime in der Lunge. Ziel ist die Entwicklung neuer Therapieansätze und Ergänzung vorhandener Behandlungsoptionen. Die Arbeitsgruppe um Prof. Alexander Dalpke, Ärztlicher Direktor der Abteilung Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Zentrums für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) und Andrew Tony-Odigie, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am UKHD, untersucht den Einfluss kurzkettiger Fettsäuren auf das Wachstum pathogener Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa und die Entzündungsreaktion im Lungengewebe von Mukoviszidose-Betroffenen. Das Projekt wird vom Mukoviszidose e.V. mit 20.000 Euro gefördert. Menschen mit Mukoviszidose leiden häufig an einer Infektion mit P. aeruginosa. Das Bakterium kommt in feuchten Milieus vor und kann zur Verschlechterung der Lungenerkrankung führen. Ein wichtiger Aspekt in der Erforschung neuer Therapieansätze bei Mukoviszidose ist die Untersuchung der wechselseitigen Beeinflussung von pathogenen und unschädlichen bis hin zu nützlichen Bakterien im Lungenmikrobiom. Vorarbeiten der Arbeitsgruppe erfolgten hierzu bereits am Universitätsklinikum Dresden und haben gezeigt: Bestimmte für den Menschen harmlose Streptokokken-Arten haben einen hemmenden Effekt auf P. aeruginosa und können sogar Entzündungsreaktionen abmildern. Auf welchem Mechanismus diese Reaktion basiert, ist bisher noch unklar. Die Wissenschaftler der Arbeitsgruppe gehen davon aus, dass unter anderem die durch Streptokokken produzierten Fettsäuren einen Einfluss auf das krankheitserregende Bakterium P. aeruginosa haben könnten. Die Forschenden nehmen im Rahmen des geförderten Projekts unschädliche Bakterien unter die Lupe und untersuchen die Wirkung, der von ihnen produzierten Fettsäuren auf pathogene Keime. Abschließend soll der Einfluss von ausgewählten Fettsäuren auf die Immunreaktion bei Pseudomonas-Infektion getestet und in einem Lungengewebe-Modell bestätigt werden. Im Erfolgsfall können neue Therapieoptionen entwickelt sowie die Wirksamkeit vorhandener Therapien ergänzt werden. Die entsprechenden Fettsäuren unterstützen die Mikroumgebung der Lunge bei Mukoviszidose, sodass eine Infektion mit den schädlichen Bakterien erschwert und die Immunabwehr gezielt gestärkt werden.
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