Multiple Sklerose: Kostengünstige Behandlung erweist sich als ebenso wirksam wie die Standardtherapie17. Juli 2026 Symbolbild © Zerbor/stock.adobe.com Eine norwegisch-schwedische klinische Studie, die im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Behandlung mit einer kostengünstigen Therapie zur B-Zell-Depletion bei neu diagnostizierter schubförmiger Multipler Sklerose (MS) genauso wirksam ist wie die Standardtherapie. Die Studie mit dem Namen OVERLORD-MS ist die erste randomisierte, doppelblinde Direktvergleichsstudie, die die Therapie mit Rituximab der Standardtherapie mit Ocrelizumab bei früher MS gegenüberstellt. Patienten aus ganz Norwegen und Schweden wurden über 30 Monate mittels MRT und klinischer Untersuchungen beobachtet. Dabei stellten die Forschenden eine vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit der beiden Behandlungen fest. „Diese Studie zeigt, dass eine hochwirksame MS-Behandlung zu drastisch niedrigeren Kosten durchgeführt werden kann, ohne dass die Behandlungsergebnisse für die Patienten darunter leiden“, erklärt Øivind Torkildsen, Professor an der Universität Bergen und Facharzt für Neurologie am Universitätskrankenhaus Haukeland. Besserer Zugang zu frühzeitiger, wirksamer Behandlung Eine frühzeitige Behandlung mit hochwirksamen Therapien gilt zunehmend als entscheidend für die Verbesserung der Langzeitprognose bei MS. Allerdings schränken die hohen Kosten vieler moderner MS-Therapien den weltweiten Zugang ein. Die Ergebnisse der OVERLORD-MS-Studie könnten den Zugang zu hochwirksamen MS-Therapien verbessern – insbesondere in Ländern, in denen hohe Therapiekosten bislang eine breite Anwendung erschweren. „In vielen Teilen der Welt haben Patienten aufgrund von Kostenbarrieren nach wie vor keinen Zugang zu modernen MS-Therapien. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine wirksame Behandlung für weitaus mehr Menschen verfügbar gemacht werden könnte“, so Torkildsen. Norwegen verfügt über eine der umfangreichsten Erfahrungen aus der Praxis beim Einsatz von Rituximab gegen MS; die Studie liefert nun erstmals belastbare Evidenz aus einer randomisierten Studie, die diesen Therapieansatz untermauert. Relevanz für die EBV-MS-Forschung Die OVERLORD-MS-Studie liefert zudem wichtiges biologisches Material und mechanistische Erkenntnisse für die umfassendere Forschungsinitiative zu Epstein-Barr-Virus (EBV) und MS – eine EU-geförderte Kooperation, die die Rolle des EBV bei der Entstehung und dem Fortschreiten von MS untersucht. Da Rituximab und Ocrelizumab durch die Depletion von B-Zellen wirken – dem Hauptreservoir für latente EBV-Infektionen –, wird das im Rahmen der Studie gewonnene Biomaterial nun genutzt, um zu erforschen, wie sich die B-Zell-Depletion auf EBV-assoziierte Immunmechanismen bei MS auswirkt. (lj/BIERMANN) Auch interessant zum Thema MS: Neue diagnostische Marker für Multiple Sklerose Multiple Sklerose beeinträchtigt den Alltag weit über die körperlichen Symptome hinaus
Mehr erfahren zu: "Alzheimer: Fehlfaltung des β-Amyloid-Proteins ist stärkster Biomarker im symptomfreien Stadium" Alzheimer: Fehlfaltung des β-Amyloid-Proteins ist stärkster Biomarker im symptomfreien Stadium Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum legt nahe, dass die Fehlfaltung des β-Amyloid-Proteins der stärkste blutbasierte Biomarker für die Alzheimer-Krankheit im symptomfreien Stadium ist. Sie zeigt das Risiko Jahre vor der […]
Mehr erfahren zu: "Neue genetische Ursache für Entwicklungsstörungen entdeckt" Neue genetische Ursache für Entwicklungsstörungen entdeckt Ein internationales Forscherteam hat die genetische Ursache für eine bislang ungeklärte Entwicklungsstörung entdeckt. Die Forschenden zeigen, dass Veränderungen im Neuroplastin-Gen die Funktion von Nervenzellen beeinträchtigen können. Betroffene Kinder zeigen Entwicklungsverzögerungen, […]
Mehr erfahren zu: "Krebsfrüherkennung: MHH-Team untersucht Potenzial der KI" Krebsfrüherkennung: MHH-Team untersucht Potenzial der KI Lassen sich mithilfe von Krankenkassendaten auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Modelle entwickeln, die Krebserkrankungen vorhersagen können? Das möchte ein Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gemeinsam mit einem IT-Unternehmen und […]