Multiples Myelom bei gebrechlichen Patienten: Dexamethason-reduziertes Regime verdoppelt das PFS

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Gebrechliche Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom haben aufgrund höherer Raten an Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen oft eine schlechtere Pro­gnose.

In einer aktuellen Studie hat ein Team um Erstautor Prof. Salomon Manier, Universitätsklinik Lille, daher ein Dexamethason-reduziertes Regime aus Daratumumab und Lenalidomid mit der Standardkombination aus Lenalidomid und Dexamethason bei gebrechlichen Patienten verglichen.

An der prospektiven, randomisierten, offenen Studie nahmen 61 Zentren der Intergroup Francophone of Myeloma teil. Eingeschlossen wurden Patienten ab 65 Jahren mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom und einem ECOG-Proxy-Frailty-Score von ≥2. Von Oktober 2019 bis Juli 2021 wurden 295 Patienten randomisiert: 200 erhielten Lenalidomid (25 mg täglich an 21 von 28 Tagen) plus Daratumumab (1800 mg sub­kutan) bei nur 2 Zyklen Dexa­methason, 95 die Kontrolltherapie aus Lenalidomid plus Dexamethason (20 mg wöchentlich). Die Randomisierung erfolgte stratifiziert nach dem International Staging System, Alter und Zentrum. Primärer Endpunkt war das PFS. Die Wirksamkeit wurde in der ITT-Population und die Sicherheit bei allen Patienten, die mindestens eine Dosis der randomisierten Intervention erhalten hatten, beurteilt.

Im Median waren die Patienten 81 Jahre (IQR 77–84) alt, 180 (61 %)älter als 80 Jahre und 151 (51 %) weiblich. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 46,3 Monaten (IQR 46,0–52,7) betrug das mediane PFS in der Dexamethason-reduzierten Gruppe 53,4 Monate (95 %-KI 35,3 bis nicht erreicht) gegenüber 22,5 Monaten (16,5–39,0) in der Kontrollgruppe (HR 0,51; 95 %-KI 0,37–0,70; p<0,0001).

Die häufigsten Nebenwirkungen der Grade 3–5 waren Neutropenie (55 % vs. 24 %) und Infektionen (19 % vs. 21 %). Schwere Nebenwirkungen traten bei 63 % der Patienten in der Dexamethason-reduzierten Gruppe und bei 69 % jener in der Kontrollgruppe auf. Todesfälle im Zusammenhang mit Nebenwirkungen wurden bei 12 % bzw. 13 % der Patienten registriert, wobei nach­teilige Ereignisse von Grad 5 unter der Therapie bei 4 (2 %) respektive 2 Patienten (2 %) auftraten.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine Behandlung mit Lenalidomid plus Daratumumab, bei der Dexamethason auf die ersten 2 Zyklen begrenzt wurde, das PFS im Vergleich zu Lenalidomid plus Dexamethason deutlich erhöht, ohne relevante zusätzliche Sicherheitsprobleme. Nach Ansicht der Studienautoren kann dieses Regime eine vielversprechende Therapieoption für ältere, gebrechliche Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom sein. (lj)