Multizentrische Studie: Chirurgie ist die wirksamste Behandlung bei metabolischen Lebererkrankungen

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Eine neue Studie zeigt: Die Metabolische oder bariatrische Chirurgie ist bei der Behandlung einer fortgeschrittenen Nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) wirksamer als Medikamente und Eingriffe in den Lebensstil.

Die aktuelle Arbeit, die gerade in „The Lancet“ von Wissenschaftlern des King’s College London (Großbritannien) und der Katholischen Universität Rom (Italien) veröffentlicht wurde, ist laut den Autoren die erste, in der drei aktive Behandlungen der Nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH) verglichen und speziell die Wirksamkeit von metabolischen Eingriffen in einer randomisierten klinischen Studie untersucht wurde.

Die multizentrische Untersuchung wurde in Italien durchgeführt. Die Autoren verglichen dabei die Wirksamkeit bariatrischer und metabolischer Chirurgie mit Veränderungen des Lebensstils und der besten aktuellen medizinischen Versorgung bei 288 Patienten.

Prä- und postoperative Leberbiopsien zeigten, dass die Operation wirksamer war, wenn es darum ging, eine vollständige Umkehrung der Entzündung und der Zellschädigung in der Leber – die Kernmerkmale von NASH – herbeizuführen, ohne dass sich die Leberfibrose nach einem Jahr nach der Operation verschlimmerte. Die Wahrscheinlichkeit, eine NASH-Reversion zu erreichen, war bei metabolischer Chirurgie drei- bis fünfmal höher als bei konservativer Versorgung. Die Operation war auch wirksamer bei der Verbesserung mindestens eines Stadiums der Leberfibrose, einem weiteren vorab festgelegten Endpunkt der Studie. Die beiden chirurgischen Verfahren schienen die NASH gleichermaßen zu verbessern.

Laut den Forschenden ist die Fähigkeit einer Operation, die mit NASH assoziierte Fibrose zu kontrollieren und sogar zu reduzieren, von besonderer klinischer Relevanz, da Fibrose der Hauptprädiktor für Leberkomplikationen und schlechte kardiovaskuläre Outcomes und Tod bei NASH-Patienten ist.

Prof. Geltrude Mingrone, Erstautorin der Arbeit und Medizinprofessorin an der Katholischen Universität Rom sowie Professorin für Diabetes und Ernährung am King’s College London, erklärt: „Die Ergebnisse unserer Studie unterstützen den Einsatz metabolischer Chirurgie zur Behandlung der NASH – eine Erkrankung, die lange Zeit als Waisenkind in Bezug auf wirksame Therapien galt.“ Und Prof. Francesco Rubino, einer der Seniorautoren und Lehrstuhlinhaber für bariatrische und metabolische Chirurgie am King’s College London sowie Chirurg am King’s College Hospital, ergänzt: „Das Vorhandensein einer NASH sagt ein erhebliches Komplikations- und Mortalitätsrisiko bei Menschen mit schwerer Adipositas und Typ-2-Diabetes voraus. Die Ergebnisse dieser Studie liefern überzeugende Argumente für die Priorisierung der metabolischen Chirurgie in dieser Patientenpopulation.“

Im Vergleich zur konventionellen medikamentösen Behandlung führte die Operation auch zu mehr allgemeinen gesundheitlichen Vorteilen. Während beide chirurgischen Verfahren die NASH gleichermaßen zu verbessern schienen, war die Magenbypass-Gruppe in der Studie bei der Verbesserung bezüglich eines Typ-2-Diabetes und der Reduktion anderer kardiovaskulärer Risikofaktoren im Zusammenhang mit NAFLD/NASH wirksamer als eine Sleeve-Gastrektomie.