„MusiCare“ bündelt Kompetenzen von Musik und Medizin in Würzburg1. Juni 2026 Die Kooperationsvereinbarung „MusiCare“ wurde am 13. Mai gemeinsam mit Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (2.v.l.) an der Hochschule für Musik unterzeichnet. Foto:Katharina Bormann/HfM Die Kooperation „MusiCare“ baut Schnittstellen zwischen Musik, Medizin und Forschung systematisch aus und verknüpft sie nachhaltig. Im Fokus stehen die Gesundheitsförderung von Musikern sowie die Erforschung der Wirkung von Musik Die entsprechende Kooperationsvereinbarung zwischen der Hochschule für Musik Würzburg (HfM), dem Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde Mitte Mai gemeinsam mit Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume an der Hochschule für Musik unterzeichnet. Ein langfristiges Ziel von „MusiCare“ ist zudem der Aufbau eines Kompetenzzentrums für Musikergesundheit in Würzburg. Wissenschaftsminister Markus Blume betonte: „Mit ‚MusiCare‘ schaffen wir in Würzburg ein bayernweit einmaliges Leuchtturmprojekt an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Medizin. Das passt perfekt zu Bayern: Hier verbinden sich musikalische Leidenschaft und medizinische Spitzenforschung zu etwas Neuem – einem Ort, an dem Gesundheit, Kreativität und Innovation zusammenspielen. Fakt ist: Wer täglich auf höchstem Niveau musiziert, verlangt auch dem eigenen Körper und Geist Höchstleistungen ab. Es lohnt sich also, Musik und Medizin, Spitzenleistung und Gesundheit zusammenzudenken. Denn Musik ist weit mehr als Unterhaltung: Sie ist Trostspender, Kraftquelle und manchmal sogar Medizin für die Seele.“ „MusiCare“: Klinische Versorgung von Musikschaffenden verbessern Die drei Einrichtungen wollen mit „MusiCare“ die Position Würzburgs als einen führenden Standort für Forschung und Lehre im Bereich Musik und Gesundheit in Bayern stärken und perspektivisch die klinische Versorgungssituation für Musikschaffende verbessern. Bislang existiert ein derartiges Zentrum im Freistaat nicht. „Mit MusiCare schaffen wir eine einzigartige gemeinsame Plattform, um Fragestellungen der Musikergesundheit interdisziplinär zu bearbeiten. Durch die Verbindung künstlerischer Ausbildung mit universitärer Expertise entstehen innovative Ansätze in Prävention, Therapie und Forschung“, so Prof. Christoph Wünsch, Präsident der Hochschule für Musik Würzburg. Haltungsschäden, Stimmprobleme, Erfolgsdruck „Ein Schwerpunkt sind dabei die physiologischen und psychologischen Fragestellungen und Bedürfnisse von professionellen bzw. angehenden Musikerinnen und Musikern. Dabei stehen vor allem Themen wie Haltungsschäden, Lampenfieber und der Umgang mit Erfolgsdruck bei Musikschaffenden im Fokus“, erklärte Prof. Regina Götz, Leiterin des Bereichs „Musik & Gesundheit“ an der Hochschule für Musik. Ein wichtiges Kernziel sei es daher, hierfür ein stärkeres Bewusstsein in der Medizin als auch in der Musikpädagogik zu schaffen. „Die Kooperation zeigt einmal mehr ganz konkret die enorme interdisziplinäre Stärke und Strahlkraft des Standortes Würzburg für Forschung und Lehre, hier konkret im Bereich Medizin und Musik in Bayern. Die enge Zusammenarbeit zwischen Universitätsklinikum, Universität und Hochschule für Musik eröffnet neue Dimensionen im Verständnis des Zusammenspiels von Gesundheit und Musik“, betonte Prof. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik Würzburg. Innovative Präventionsprogramme „MusiCare zeigt beispielhaft, wie moderne Spitzenforschung entsteht: Sie beginnt im Fach und gewinnt ihre besondere Stärke durch die Zusammenarbeit über Fakultäts- und Institutionsgrenzen hinweg. Gerade in dieser Verbindung von Musik, Medizin, Psychologie und Technologie liegt ein enormes Potenzial für innovative Forschung und für die weitere Profilbildung Würzburgs als Wissenschaftsstandort,“ hob Prof. Paul Pauli hervor, Präsident der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. „Durch die Kombination von medizinischer Expertise und musikalischer Ausbildung wird die Grundlage für innovative Präventionsprogramme und wissenschaftliche Forschung gelegt. Durch die frühe Integration präventiver Aspekte in das künstlerische Studium, kann auf der einen Seite den Musik-Studierenden bereits in der Ausbildung ein gesunder Umgang mit den körperlichen und psychischen Anforderungen ihres Berufs vermittelt werden. Auf der anderen Seite können wir angehende Medizinerinnen und Mediziner für die Musikergesundheit sensibilisieren,“ betonte Fabian Kraus, Leiter des interdisziplinären Zentrums für Stimme und Schlucken an der HNO-Klinik des UKW. Er hat gemeinsam mit Prof. Regina Götz maßgeblich das Konzept für „MusiCare“ entwickelt. Forschungsschwerpunkt bei „MusiCare“ : Wie fördert Musik die Gesundheit? Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation ist der strukturierte Ausbau von Forschungsaktivitäten, mit denen die Auswirkungen von Musik auf das allgemeine Wohlbefinden und die psychische Gesundheit strukturiert erforscht werden, auch speziell mit Blick auf die Entwicklung in Kindheit und Adoleszenz. Musik wird zunehmend als bedeutendes Instrument der Gesundheitsförderung und der psychischen Heilung erkannt, was die Bedeutung einer wechselseitigen Interaktion von Musik und Gesundheit unterstreicht. Bereits in der Vergangenheit haben die HfM und das UKW erfolgreich im Bereich „Musik und Gesundheit“ kooperiert, etwa durch gemeinsame Vorlesungen und Veranstaltungen. Diese bestehenden Synergien werden durch „MusiCare“ nun institutionell gebündelt und erweitert. Durch „MusiCare“ wollen die Einrichtungen auch die Position von Kunst und Musik als kulturelles und therapeutisches Gut stärken.
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