Muskelinvasiver Blasenkrebs: ctDNA ermöglicht personalisierte postoperative Therapie

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Bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC) ermöglicht eine Untersuchung auf zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) nach neoadjuvanter Chemotherapie (NAC) und radikaler Zystektomie (RC) die Vorhersage des Rezidivrisikos und eine personalisierte postoperative Behandlung. Dies ist das Ergebnis der dänischen TOMBOLA-Studie.

Wie Lars Dyrskjøt von der Universitätsklinik Aarhus und Koautoren in den „Annals of Oncology“ berichten, erhalten derzeit nur Hochrisikopatienten auf Basis der Pathologie und klinischen Beurteilung eine adjuvante Immuntherapie. Um das hierbei bestehende Risiko für Unter- und Übertherapie zu verringern, haben die Mediziner die TOMBOLA-Studie aufgelegt. In dieser multizentrischen, offenen, einarmigen Phase-II-Studie evaluierten sie, ob serielle ctDNA-Tests sich zur Steuerung der postoperativen Immuntherapie eignen.

Unterschiedliche Therapie je nach ctDNA-Status

In der Studie wurden Patienten mit MIBC (cT2–4aN0–1M0) und niedrigem/hohem Rezidivrisiko, die eine NAC und RC erhalten hatten, postoperativ mittels tumorspezifischer ctDNA-Assays überwacht. Patienten mit positivem ctDNA-Nachweis erhielten unabhängig vom Bildgebungsbefund bis zu ein Jahr lang den PD-L1-Hemmer Atezolizumab. Bei negativem ctDNA-Status bekamen die Patienten die Immuntherapie erst nach radiologischem Nachweis von Metastasen. Der primäre Endpunkt war das molekulare und radiologische Komplettansprechen.

Insgesamt nahmen 192 Patienten an der Studie teil. Von den 178 Patienten der Intention-to-treat-Population, deren Daten ausgewertet werden konnten (mediane Nachbeobachtungszeit 34 Monate), waren 104 (58 %) innerhalb von 2 Jahren nach RC ctDNA-positiv, 63 % waren es innerhalb von 4 Monaten. Die mediane Zeitspanne vom ctDNA-Nachweis bis zum bildgebend bestätigten Rezidiv betrug 90 Tage (Spanne: -61 bis 961 Tage).

Von den ctDNA-positiven Patienten schlossen 84 die Atezolizumab-Therapie ab, und für die Beurteilung des primären Endpunkts lagen radiologische Daten und ctDNA-Analysen vor. Fast 60 % (50/84) der Patienten erreichten den primären Endpunkt des Komplettansprechens. Das RFS nach einem Jahr betrug 97 % bei ctDNA-negativen und 76 % bei ctDNA-positiven Patienten.

Erfolgreiche Differenzierung

Vordefinierte Biomarkeranalysen zeigten, dass der ctDNA-Status und der ctDNA-Spiegel, die Risikostratifizierung sowie immunbezogene Gen­expressionssignaturen sowohl mit dem Rezidivrisiko als auch mit dem Ansprechen auf die Immuntherapie assoziiert waren. Die Patienten vertrugen die Behandlung gut, und es traten keine neuen Sicherheits­bedenken auf.

„Die TOMBOLA-Studie belegt, dass ctDNA-positive Patienten mit niedrigem Risiko von einer frühzeitigen Immuntherapie profitieren können, während ctDNA-negative Patienten mit hohem Risiko auf eine adjuvante Therapie verzichten können, ohne dass die Behandlungs­ergebnisse beeinträchtigt werden“, folgern die Autoren.

(ms/BIERMANN)

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