Muskuloskelettale Schmerzen als COVID-19-Langzeitfolge30. März 2022 © Graphicroyalty – stock.adobe.com (Symbolbild) Besteht ein Zusammenhang zwischen einer COVID-19-bedingten Myalgie in der Akutphase der Erkrankung und dem Vorhandensein von Post-COVID-Symptomen? Dieser Frage ging eine Arbeitsgruppe aus Madrid (Spanien) und Aalborg (Dänemark) in einer Fall-Kontroll-Studie mit jeweils 369 Patientinnen und Patienten nach, die zwischen dem 20. Februar und 31. Mai 2020 aufgrund von COVID-19 hospitalisiert worden waren und eine Myalgie aufwiesen oder nicht. Von insgesamt 1200 hospitalisierten Patientinnen und Patienten mit COVID-19 wurden 369 mit und 369 ohne Myalgie bei Krankenhausaufnahme 7,2 ±0,6 Monate nach Krankenhausentlassung in einem Telefoninterview befragt. Das Forschungsteam entnahm Krankenhausaufenthalt und klinische Daten aus den Krankenakten und wertete eine Liste von Post-COVID-Symptomen mit Schwerpunkt auf Schmerzen des Bewegungsapparates sowie unter Berücksichtigung von Angstzuständen, depressiven Symptomen und Schlafqualität aus. Personen mit Myalgie bei Krankenhausaufnahme hatten zu einem größeren Anteil ≥3 Post-COVID-Symptome als Personen ohne Myalgie (20% vs. 13%; p=0,03). Zudem wiesen mehr Menschen mit Myalgie in der Akutphase muskuloskelettale Schmerzen nach COVID-19 auf (OR 1,41; 95%-KI 1,04–1,90). Die Prävalenz von muskuloskelettalen Post-COVID-Schmerzen lag in der Gesamtstichprobe bei 38%. Bei 50% der Personen mit vorbestehenden Schmerzen des Bewegungsapparates kam es nach COVID-19 zu einer Verschlimmerung der Symptome. Die Forschenden stellten zwischen den Gruppen mit und ohne Myalgie keine Unterschiede in Bezug auf Müdigkeit, Dyspnoe, Angst/Depressivität oder Schlafqualität fest. Das Vorliegen einer Myalgie bei der Krankenhausaufnahme war mit der Anamnese von Schmerzen des Bewegungsapparates assoziiert (OR 1,62; 95%-KI 1,10–2,40). Fazit In der analysierten Studienpopulation konnte festgestellt werden, dass Myalgie in der akuten Phase mit muskuloskelettalen Schmerzen als Langzeitfolge von COVID-19 assoziiert war. Darüber hinaus kam es bei der Hälfte der Untersuchten mit vorbestehenden Schmerzzuständen zu einer anhaltenden Verschlimmerung ihrer früheren Syndrome. (ah) Autoren: Fernández-de-Las-Peñas C et al. Korrespondenz: César Fernández-de-Las-Peñas; [email protected] Studie: Myalgia as a symptom at hospital admission by severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 infection is associated with persistent musculoskeletal pain as long-term post-COVID sequelae: a case-control study Quelle: Pain 2021;162(12):2832–2840. Web: https://doi.org/10.1097/j.pain.0000000000002306
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