Myopie bei Kindern: Warnung vor Gefahren der Rotlicht-Lasertherapie9. März 2026 Klinische Studien aus Asien deuten darauf hin, dass eine wiederholte Low-Level-Rotlichttherapie das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit verlangsamen könnte. Gleichzeitig häufen sich jedoch Berichte über mögliche Sehschäden. Optometrie-Forscherin Lisa Ostrin fordert daher weitere Sicherheitsstudien durchzuführen, bevor die Methode breit eingesetzt wird.(Symbolbild.)Bild:©Maryana-stock.adobe.com Mit wachsender Beliebtheit der Rotlicht-Lasertherapie zur Verlangsamung der Myopie bei Kindern in Asien häufen sich Berichte über mögliche Sehschäden. Eine Optometrie-Forscherin der Universität Houston, USA, hat das Verfahren daher überprüft und fordert weitere Studien, bevor es breiter eingesetzt wird. „Obwohl die Rotlicht-Lasertherapie eine vielversprechende Behandlungsmethode für Kurzsichtigkeit ist, hat ihre rasche klinische Einführung eine gründliche Sicherheitsüberprüfung überholt“, berichtet Lisa Ostrin, Professorin für Optometrie an der Universität Houston, in der Fachzeitschrift „JAMA Ophthalmology“. Geräte überschreiten nationalen Standards für Sicherheitsklassifizierungen Ostrins Studie zur Qualitätsverbesserung zeigte, dass zwei verbreitete Geräte, EyeRising und Sky-1201, die nationalen Standards für Sicherheitsklassifizierungen überschreiten. „Wir fordern Augenärzte, Forscher und Aufsichtsbehörden dringend auf, vor einer breiten Anwendung bei Kindern Sicherheitsbewertungen dieser Geräte durchzuführen, darunter adaptive optische Netzhautbildgebung, multifokale Elektroretinographie und langfristige Kohortenüberwachung“, so Ostrin. „Die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen therapeutischer Wirksamkeit und Augensicherheit bleibt unerlässlich, um sicherzustellen, dass diese Maßnahme zur Erhaltung der Sehkraft nicht selbst vermeidbare Risiken mit sich bringt, die den Nutzen überwiegen.“ Berichte über mögliche Schäden durch Low-Level-Rotlichttherapie bei Myopie nehmen zu Klinische Studien aus Asien berichten, dass die wiederholte Low-Level-Rotlichttherapie das Fortschreiten der Myopie deutlich verlangsamen kann. Demnach bremst die Behandlung die axiale Verlängerung des Auges und geht mit einer Verdickung der Aderhaut einher. Diese könnte das Augenwachstum stabilisieren. Gleichzeitig mehren sich Berichte über mögliche Schäden. In einem Fall entwickelte ein 12-jähriger Patient nach wiederholter Behandlung strukturelle Netzhautschäden. Nach Absetzen der Therapie erholte sich das Sehvermögen nur teilweise. Ein weiterer Bericht beschreibt eine verringerte Zahl von Zapfenzellen in der Netzhaut. In beiden Fällen kam das Gerät von Eyerising International zum Einsatz. Das System ist in mehreren Ländern zugelassen und wird Berichten zufolge in China bei mehr als 100.000 Kindern angewendet. Außerhalb Chinas wurde es in über 250.000 Therapiesitzungen eingesetzt. Strahlungsintensität laserbasierter Rotlichtgeräte erreicht ANSI-Sicherheitsgrenzen unterhalb der empfohlenen Behandlungszeit Ostrins Studie zur Qualitätsverbesserung umfasste laborbasierte Bewertungen der Geräte EyeRising, Sky-n1201, Future Vision und AirDoc. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass laserbasierte Rotlichttherapiegeräte Strahlungsintensitäten liefern, die die ANSI-Sicherheitsgrenzwerte innerhalb von Expositionszeiten unterhalb der empfohlenen Behandlungszeit von 180 Sekunden erreichen“, berichtete Ostrin. „Diese Ergebnisse, kombiniert mit neuen klinischen Berichten über Netzhautschäden und der kürzlich erfolgten Neuklassifizierung von Rotlasergeräten als Klasse III in China, unterstreichen die Notwendigkeit einer strengen, unabhängigen Sicherheitsvalidierung vor einer breiten Anwendung in der Pädiatrie.“ Ostrins Partner bei diesem Projekt ist Alexander Schill, leitender Wissenschaftler am College of Optometry der University of Houston. (sas/BIERMANN) Auch interessant zm Thema Myopie bei Kindern: https://biermann-medizin.de/myopie-wie-naharbeit-und-schwaches-licht-kurzsichtigkeit-foerdern/
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