Nach Fällen bei Fußballern: Keine saisonale Häufung von Hodenkrebs9. Juni 2023 Die Inzidenz von Hodenkrebs ist nicht jahreszeitabhängig. Foto: NanSan – stock.adobe.com Gleich vier Fußball-Profis machten 2022 innerhalb der Sommerpause ihre Hodenkrebserkrankung öffentlich. Dies veranlasste eine medizinische Studie zu einem möglichen Zusammenhang der Jahreszeit mit den Diagnosezeitpunkten. Das klare Ergebnis: Eine saisonale Häufung besteht nicht. Jährlich erkranken ca. 4100 Männer in Deutschland an Hodenkrebs. Damit zählt er zu den eher seltenen Krebserkrankungen bei Männern. Betroffen sind zumeist Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Im letzten Jahr machten zwischen Mai und September gleich vier Fußball-Profis ihre Hodenkrebs-Erkrankung öffentlich. Zunächst Timo Baumgartl von Union Berlin, gefolgt von Marco Richter und Jean-Paul Boetius vom Herta BSC und Sébastien Haller vom BVB. Diese Häufung gab Anlass, hier einen Zusammenhang zu suchen. Prof. Klaus-Peter Dieckmann, Ärztlicher Leiter des Hodentumorzentrums der Asklepios Klinik Altona, führte in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Universität Essen eine epidemiologische Studie durch. Die Forschungsgruppe ist der Frage nachgegangen, ob eine jahreszeitliche Häufung bei Hodenkrebs besteht, die dann wiederum Rückschlüsse auf mögliche Ursachen liefern könnte. „Wir haben 31.000 Fälle von Hodentumor-Erkrankungen der letzten elf Jahre aus Deutschland hinsichtlich ihres Diagnosezeitraumes ausgewertet“, erklärt Dieckmann. „Wenn es tatsächlich eine erkennbare jahreszeitliche Häufung gegeben hätte, könnten wir in der Ursachenforschung beispielsweise einen intensiveren Blick auf den Vitamin-D-Stoffwechsel oder direkte Sonneneinstrahlung werfen. Ziel ist ja grundsätzlich, Ursachen zu erkennen, um Erkrankungen soweit möglich zu vermeiden.“ Die Studie ist jetzt im Fachjournal “Plos One” erschienen. Sie zeigt, dass ein saisonaler Zusammenhang trotz der zunächst auffälligen Häufung nicht besteht. Dieckmann: „Für die Krebsforschung auf diesem Gebiet ist das ein Erkenntnisgewinn, der uns davor schützt, falsche Wege zu gehen.“ (Asklepios Klinik Altona / ms)
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