Nach fast 5000 MRT-Untersuchungen: Erfolgreicher vorläufiger Abschluss des HerzCheck-Projekts

v.l.: Anna Nolden (Projektmanagerin HerzCheck sowie Wissenschaftliche Mitarbeiterin DHZC), Sascha Wolf (Projektleiter medneo GmbH), Detlef Tabbert (Bürgermeister Templin), Sebastian Kelle (Konsortialführer HerzCheck, Kardiologe und Leiter des Bereiches für kardiale Bildgebung am DHZC), Harald Möhlmann (AOK Nordost), Doreen Kamman (KV Brandenburg), Maximilian Müller (DHZC), Rebecca Beyer (DHZC), Mina Cvetkovic (DHZC). Foto: DHZC

Mithilfe umgebauter LKW ermöglicht „HerzCheck“ MRT-Untersuchungen in ländlichen Regionen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns, um eine Herzschwäche frühzeitig erkennen und zielgerichtet behandeln zu können. Seit Sommer 2021 wurden an zwölf Standorten knapp 5000 Patientinnen und Patienten untersucht. Jetzt wird das Projekt vorläufig abgeschlossen.

Das Projekt „HerzCheck“ erzählt eine Erfolgsgeschichte: Im Sommer 2021 wurde am Sana Krankenhaus Templin der erste Standort für HerzCheck-Untersuchungen eröffnet. In den folgenden Monaten kamen noch elf weitere Standorte in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern dazu. Mehr als 100 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus den Regionen haben das Projekt aktiv unterstützt und einigen ihrer Patientinnen und Patienten eine Untersuchung im mobilen Magnetresonanztomographen (MRT) empfohlen. Bis heute wurden im Rahmen des Projekts knapp 5000 HerzCheck-MRT durchgeführt. Nach knapp zwei Jahren wurde die Untersuchungsphase nun in Templin beendet.

Das Besondere des Projekts: „HerzCheck“ bringt modernste Diagnostik und fachkundiges medizinisches Personal auch in dünn besiedelte Regionen; also genau dorthin, wo es häufig weder genügend Fachkräfte noch die passenden medizinischen Geräte gibt. Vor Ort können sich Patientinnen Patienten in mobilen „HerzCheck“-Trailern per MRT untersuchen lassen. „Wir freuen uns, dass so viele Risikopatient:innen unser Diagnostikangebot in Anspruch nehmen wollten“, sagt HerzCheck-Konsortialführer Prof. Sebastian Kelle, Kardiologe und Leiter des Bereiches für kardiale Bildgebung am Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC). Er fügte hinzu: „Wir danken allen Partnern, den niedergelassenen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen sowie den Kliniken und ambulanten Einrichtungen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit.“ 

Ziele und Vorteile des Projekts

Ziel von „HerzCheck“ ist es, eine Herzinsuffizienz bei Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig zu erkennen und so deren Prognose und Lebensqualität zu verbessern. Zudem können hohe Folgekosten einer erst spät diagnostizierten Herzinsuffizienz häufig deutlich gesenkt oder sogar vermieden werden. Den Betroffenen bleiben belastende Krankenhausaufenthalte häufig erspart. Mit der Möglichkeit moderner medizinischer Versorgung will „HerzCheck“ auch einen Beitrag zur Stärkung der ländlichen Regionen als Raum zum Leben und Arbeiten leisten. 

HerzCheck-Standorte 

Bei den Projektstandorten, an denen mobile MRT-Untersuchungen des Herzens möglich waren, handelt es sich um die brandenburgischen Orte Templin, Senftenberg, Frankfurt (Oder), Neuruppin, Eberswalde, Forst und Potsdam. In Mecklenburg-Vorpommern konnten sich Menschen in Wolgast, Ueckermünde, Stralsund, Wismar und Rostock untersuchen lassen. Da die Untersuchungsphase nun vorerst abgeschlossen ist, können leider keine Terminanfragen mehr bearbeitet werden.

Ablauf der Untersuchung und Auswertung 

Geschultes medizintechnisches Personal führt die MRT-Untersuchung durch. Die Untersuchungsdaten werden unter Beachtung aller Datenschutzvorgaben online an das DHZC übermittelt und dort von einem erfahrenen ärztlichen Team ausgewertet. Die behandelnden Medizinerinnen und Mediziner vor Ort erhalten einen ausführlichen MRT- und Laborbericht vom DHZC und können auf dieser Basis die weiteren Therapiemaßnahmen festlegen. Ein Jahr nach der Erstuntersuchung wird ein Teil der Personen mit auffälligem Befund erneut untersucht und der Therapieerfolg wissenschaftlich evaluiert. 

Fortgang des Projekts

Das Projekt „HerzCheck“ unter medizinischer Leitung des DHZC wird über mehrere Jahre vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit über 7 Millionen Euro gefördert. Knapp zwei Jahre der Projektlaufzeit entfallen auf die Durchführung der MRT-Untersuchungen. Daraufhin werden die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet. Dabei wird untersucht, ob eine frühzeitige mobile Herz-MRT-Untersuchung dazu beitragen kann, die Prognose von Menschen mit Herzinsuffizienz zu verbessern.

Konsortialpartner des Projektes sind die AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, die medneo Deutschland GmbH als Betreiberin der mobilen MRT-Systeme und der IT-Technologie, das Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen, die Universitätsmedizin Göttingen, die Universitätsklinik Köln sowie das Universitätsklinikum Heidelberg.