Nach IGES-Gutachten: Ärztegenossenschaft Nord hofft auf intersektoralen Leistungsbereich5. April 2022 “Wir brauchen keine neuen Sektoren, sondern einen Leistungsbereich mit stationärer und in Teilbereichen ambulanter Versorgung für Krankenhäuser und Vertragsärzte”, sagt äg-Nord-Vorstandsvize Axel Schroeder. Foto: BvDU Die Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) begrüßt das IGES-Gutachten zum ambulanten Operieren, nach dem ein Großteil von Eingriffen ambulant durchgeführt werden könnte. „Als äg Nord begrüßen wir nicht nur dieses Gutachten, sondern sehen konkrete Lösungsansätze einer möglichst umfassenden Ambulantisierung“, erklärt Vorstandsvorsitzender und Hausarzt Dr. Svante Gehring. “Wir sehen hier dringenden Nachholbedarf, um dem Grundsatz ‘ambulant vor stationär’ in Zukunft gerecht zu werden.“Im internationalen Vergleich würden ambulante Operationen/Prozeduren nach §115b noch unter „ferner liefen“ angeboten, kritisiert die äg Nord. “Bei fehlender Wirtschaftlichkeit im ambulanten Bereich fallen die ambulanten Erlöse aktuell immer noch deutlich geringer als stationäre Entgelte aus, und dies führt zur Fehlversorgung“, ergänzt Dr. Axel Schroeder, Vorstandsvize und ehemaliger Präsident der Berufsverbands der Deutschen Urologen (BvDU). Mit dem MDK-Gesetz aus dem Jahr 2020 hatte der Gesetzgeber die drei Partner aus der gemeinsamen Selbstverwaltung – GKV-Spitzenverband, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) – verpflichtet, eine den Katalog für ambulante Operationen (AOP-Katalog) anhand eines Gutachtens zu überarbeiten. Dieses seit dem 01.04.2022 vorliegende 300 Seiten lange Papier aus dem IGES-Institut erweitert den AOP-Katalog um über 2500 Operationen, sonstige stationsersetzende Eingriffe und Behandlungen mit ca. 5000 OPS-Codes als ambulante Leistungen – „ein Prinzipienwechsel, zumal nun deutlich mehr Leistungen unter einer einheitlichen Vergütung stehen“, so Dr. Hartmut Ocker, Vorstandsmitglied der äg Nord und Anästhesist. Er ist gespannt auf die Ausgestaltung des neuen Leistungsbereiches. äg-Nord-Chef Gehring betont: „Als äg Nord stehen wir mit unserer Erfahrung bereit und unterstützen die Selbstverwaltung bei der Umsetzung dieser dreiseitigen Vertragsvereinbarung.” Die Trennung in Sektoren sei ein Relikt veralteter Strukturen und vielfach medizinisch nicht mehr sachgerecht. “Sie diente mehr der ökonomischen Steuerung als dem Patientenwohl“, ist er überzeugt. „Wir brauchen keine neuen Sektoren, sondern einen Leistungsbereich mit stationärer und in Teilbereichen ambulanter Versorgung für Krankenhäuser und Vertragsärzte – einen intersektoralen Bereich mit der Prämisse ‘ambulant vor stationär’“ unterstreicht Schroeder. „Als äg Nord sehen wir uns in unserem Einsatz, dem Aufbau von regionalen Netzwerken von Praxen und Kliniken gestärkt. Vielleicht leitet die Ampelkoalition trotz Krisenmodus doch noch eine nachhaltige Gesundheitsreform ein“, hofft der Ex-BvDU-Präsident. (äg Nord / ms)
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