Nach Lungentransplantation: Datenerfassung daheim ermöglicht engmaschige Betreuung der Operierten5. Mai 2026 Zu den Daten, die die Lungentransplantierten in der Studie zu Hause ermittelten, dokumentierten und an ihr betreuendes medizinisches Team weitergaben, gehörten Vitalparameter wie die Atemfrequenz. (Symbolbild/KI-generiert: Anna/stock.adobe.com) Laut einer im „Journal of Heart and Lung Transplantation Open“ veröffentlichten Studie können auch Patienten, die eine Lungentransplantation hinter sich haben, nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erheblich vom Einsatz von Telemedizin profitieren. Forschende von der Mayo Clinic fanden in der Untersuchung heraus, dass eine Fernüberwachung von Patienten (Remote Patient Monitoring [RPM]) eine praktikable und effektive Strategie darstellt, um frühzeitig gesundheitliche Veränderungen bei den Betroffenen zu erkennen. Entscheidungen die Behandlung von Lungentransplantatempfänger im ersten Jahr nach der Entlassung aus dem Krankenhaus könnten so unterstützt werden. Intensive und kontinuierliche Überwachung ist nötig Patienten, die eine Spenderlunge erhalten haben, benötigen nach der Transplantation eine intensive und kontinuierliche Überwachung, um Komplikationen wie Abstoßungsreaktionen oder Infektionen zu erkennen. „Viele dieser Patienten leben in großer Entfernung vom Transplantationszentrum, was häufige persönliche Nachsorgeuntersuchungen erschwert“, erläutert Dr. Cassie Kennedy, Co-Seniorautorin der Studie und medizinische Leiterin des Lungentransplantationsprogramms der Mayo Clinic in Rochester (USA). „In den vergangenen Jahren haben wir bei Patienten aus 25 Bundesstaaten, darunter Hawaii, eine Transplantation durchgeführt. Die Fernüberwachung ermöglicht es uns, mit unseren Patienten nach deren Rückkehr nach Hause eng in Kontakt zu bleiben – unabhängig davon, wo sie leben – und schnell auf Veränderungen zu reagieren.“ Während eine solche Fernüberwachung bei anderen Patientengruppen Vorteile gezeigt hat, ist die Evidenz bei Lungentransplantatempfängern bisher begrenzt. Wichtige Messungen, beruhigte Patienten Im Rahmen der zwölfmonatigen Studie begleiteten die Mediziner 116 Lungentransplantatempfänger, deren Wohnort im Median gut 370 Kilometer von der Mayo Clinic in Rochester entfernt lag. Die Patienten nutzten zu Hause ein Gerät, um sowohl Symptome als auch physiologische Daten wie Lungenfunktion, Vitalparameter und Gewicht zu erfassen. Die Ergebnisse wurden anschließend in ihre elektronische Patientenakte eingetragen und an ihr Behandlungsteam übermittelt. Abnormale Werte in der Dokumentation generierten Warnmeldungen, die von dem verantwortlichen klinischen Team ausgewertet und dazu verwendet wurde, das weitere Vorgehen festzulegen. Insgesamt kam es im Rahmen der Studie zu fast 470 solcher Warnmeldungen. Etwa jede vierte machte eine Anpassung der Betreuung erforderlich: in Form einer früheren erneuten Einbestellung des Patienten als geplant, diagnostische Tests, Medikamentenanpassungen oder eine Notfalluntersuchung. Kennedy betont: „Ebenso wichtig ist, dass Patienten beruhigt werden und zu Hause bleiben können, wenn keine Auffälligkeiten festzustellen sind.“ Erfolgreiche Implementierung in einer Hochrisikopopulation Fast die Hälfte der Krankenhausaufenthalte von Patienten mit verfügbaren Überwachungsdaten war in der Woche zuvor durch eine Warnmeldung des Fernüberwachungssystems eingeleitet worden. Dies deutet laut den Studienautoren darauf hin, dass das System dazu beitragen kann, frühe Anzeichen einer klinischen Verschlechterung zu erkennen und ein frühzeitiges Eingreifen zu ermöglichen. „Diese Studie zeigt, dass ein multiparametrisches Überwachungssystem für zu Hause erfolgreich bei einer Hochrisikopopulation implementiert werden kann und verwertbare Daten zur Unterstützung der klinischen Versorgung liefert“, fasst Dr. Ali El Mokahal zusammen. Er ist Erstautor der Veröffentlichung und Facharzt für Pneumologie und Intensivmedizin an der Mayo Clinic. Neben der Unterstützung bei der Früherkennung von Problemen nach der Transplantation zeichnete sich das Programm durch eine hohe Patientenbeteiligung und einfache Bedienbarkeit aus. Von den 116 eingeschriebenen Patienten brachen nur 15 ihre Teilnahme während des Studienzeitraums ab. Grundlegende Ergebnisse für die Versorgung Transplantierter „Diese Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse aus der Praxis, die den Einsatz eines telemedizinischen Patienten-Monitorings bei Lungentransplantierten unterstützen“, unterstreicht Dr. Kelly Pennington, Co-Seniorautorin und Pneumologin in der Abteilung für Pneumologie und Intensivmedizin der Mayo Clinic. „Mit der Weiterentwicklung dieser Modelle besitzen diese das Potenzial, die Transplantationsversorgung grundlegend zu verändern – den Zugang zu erweitern, die Belastung zu reduzieren und die Behandlungsergebnisse für Patienten zu verbessern.“ Das Team wird die Teilnehmer des telemedizinischen Patientenmonitoring-Programms weiterhin betreuen und gleichzeitig Möglichkeiten zur Ausweitung dieses Ansatzes auf andere Standorte und Transplantationsprogramme der Mayo Clinic prüfen. 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