Nach Vorhofflimmerablation: Reduktion modifizierbarer Risikofaktoren schützt vor Rezidiven9. Februar 2026 Eine Änderung des Lebensstils und konsequente Senkung von Risikofaktoren kann nach einer Katheterablation vor Vorhofflimmer-Rezidiven schützen. (Symbolfoto: ©udra11/stock.adobe.com) Ein konsequentes Vorgehen gegen Übergewicht und andere kardiometabolische Risikofaktoren schützt offenbar vor dem erneuten Auftreten von Vorhofflimmern (VHF) ein Jahr nach einer Katheterablation. Das zeigen die Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie. Die offene Studie ARREST-AF wurde an drei Zentren in Adelaide (Australien) durchgeführt. Aufgenommen wurden 122 Patienten (mittleres Alter 60±10 Jahre; 67 % männlich), die sich aufgrund eines nicht permanenten symptomatischen VHF einer ersten Katheterablation unterzogen. Teilnahmeberechtigt waren Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von ≥27 kg/m² (mittlerer BMI 33±5 kg/m²) und mindestens einem zusätzlichen kardiometabolischen Risikofaktor. Knapp die Hälfte der Patienten (n=62) wurde im Zuge der Katheterablation zur Gruppe mit Lebensstil- und Risikofaktormanagement (LRFM) randomisiert, die andere zur Standardversorgung (UC). Ärztlich geleitetes Programm zur Reduktion von Risikofaktoren Die Behandlung der LRFM-Gruppe erfolgte in einer strukturierten, von Ärzten geleiteten Klinik, um Risikofaktoren zu reduzieren. Die UC-Gruppe bekam von ihrem behandelnden Arzt Informationen zum Umgang mit Risikofaktoren, wurde jedoch nicht in die Klinik aufgenommen. Beide Gruppen erhielten eine leitliniengerechte Versorgung zur Behandlung von VHF durch ein Team, das hinsichtlich der Randomisierung verblindet war. Bei jedem Patienten wurde eine Pulmonalvenenisolation durchgeführt, wobei zusätzliche Ablationen nach Ermessen des Elektrophysiologen in Betracht gezogen wurden. Verbessertes Risikoprofil und weniger Rezidive Der primäre Studienendpunkt war die Freiheit von VHF in den zwölf Monaten nach Ablation. Diesen erreichten 38 Patienten (61,3 %) der LRFM-Gruppe und 24 Patienten (40,0 %) in der Kontrollgruppe (p=0,03). Das Risiko für wiederkehrende Arrhythmien über einen Zeitraum von zwölf Monaten betrug somit 0,53 (95 %-KI 0,32–0,89) für LRFM vs. UC. Die VHF-Symptomschwere verbesserte sich in der LRFM- vs. UC-Gruppe signifikant (mittlere Differenz -2,0; 95 %-KI -3,7 bis -0,3). Auch das Risikoprofil der Patienten mit LRFM verbesserte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant. So verloren die LRFM-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe im Mittel 9,0 kg Körpergewicht (95 %-KI -11,1 bis -6,8), hatten einen um 7,0 cm geringeren Taillenumfang (95 %-KI -9,4 bis -4,5) und einen um 10,8 mmHg niedrigeren systolischen Blutdruck (95 %-KI -16,1 bis -5,5). Einzig der diastolische Blutdruck unterschied sich mit einer mittleren Senkung um 3,5 mmHg (95 %-KI -7,2 bis 0,2) nicht signifikant zwischen den Gruppen. Nach Ansicht der Studienautoren verdeutlichen diese Erkenntnisse die Notwendigkeit eines umfassenden Risikofaktormanagements, um das Wiederauftreten von Arrhythmien nach einer Katheterablation zu reduzieren. (ah/BIERMANN)
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