Nächster Schritt bei der Einführung des E-Rezepts26. November 2021 E-Rezept-App der Gematik. Bild: Grafik gematik GmbH Wo ist bloß mein Rezept? Die Suche nach dem rosa Zettelchen in Hose, Mantel, Portemonnaie oder Handtasche könnte bald der Vergangenheit angehören – das elektronische Rezept soll den Zettelkram ablösen. Bei der Einführung kommt nun der nächste Schritt. Mit zwei Monaten Verzögerung soll die bundesweite Einführung des E-Rezepts bald starten. Ab dem 1. Dezember könnten Praxen und Apotheken in ganz Deutschland loslegen und testen, teilte die zuständige Firma Gematik am 24. November mit. Ursprünglich sollte dieser Schritt im Oktober erfolgen. Da es aber an passender Software mangelte, wurde die freiwillige bundesweite Einführung zunächst auf Eis gelegt. Nun steht fest, dass sie im Dezember für einen Monat stattfinden soll. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Praxen und Apotheken in ihren Verwaltungssystemen die nötigen Software-Updates haben und für die Testphase bei der Gematik gemeldet sind. Bisher läuft nur in Berlin und Brandenburg ein entsprechendes Pilotprojekt. Dort konnten bisher nur einige Praxen und Apotheken Erfahrungen mit dem E-Rezept sammeln, so die Gematik. Nun soll die Einführung bundesweit möglich sein. Es ist also ein nächster Schritt in diesem Mammut-Projekt bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Mit dem E-Rezept soll die Zettelwirtschaft bei Rezepten beendet werden: Derzeit bekommen gesetzlich Versicherte jedes Jahr etwa 500 Millionen Verschreibungen. Künftig sollen sie einen QR-Code erhalten, entweder im Smartphone oder – falls man die Gematik-App „E-Rezept“ noch nicht nutzt – ausgedruckt. Der Zugriff auf die Digitalverschreibung über die App kann praktisch sein, etwa wenn man eine Videosprechstunde wahrgenommen hat und der Arzt danach kein Papierrezept per Post schicken muss. Ganz verschwinden werden die Papierrezepte aber nicht, zum Beispiel bei Hausbesuchen. Für Privatversicherte gilt das Digitalrezept nicht. Ab Januar müssen laut Gesetz eigentlich alle Praxen das E-Rezept nutzen. In der Ärzteschaft gibt es aber starke Bedenken, denen zufolge die meisten Praxen längst noch nicht so weit sind. Apotheker wiederum sind besorgt, dass sie einen Teil ihres stationären Geschäfts an die Online-Konkurrenz verlieren könnten. Die Gematik teilte zwar mit, dass sich an der bundesweit verpflichtenden Einführung zum 1. Januar nichts ändere. Sie bezieht die Pflicht aber nur auf „diejenigen, die dazu technisch in der Lage sind“. Dadurch wird deutlich, dass die Praxen noch etwas Zeit mit der Umsetzung haben.
Mehr erfahren zu: "Komplexe Operationen: DGCH fordert Angabe der Failure-to-Rescue-Rate" Komplexe Operationen: DGCH fordert Angabe der Failure-to-Rescue-Rate Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) fordert, dass Kliniken in ihren Qualitätsberichten für komplexe Eingriffe die Failure-to-Rescue-Rate (FTR) angeben – und zwar verpflichtend.
Mehr erfahren zu: "Allergien und Asthma: Leitlinien berücksichtigen Folgen des Klimawandels" Allergien und Asthma: Leitlinien berücksichtigen Folgen des Klimawandels Bei der Versorgung von Allergischer Rhinitis und Asthma unterstreichen die neuen EAACI-Leitlinien die zunehmende Bedeutung von Pollenmonitoring, Umweltprognosen und Prävention.
Mehr erfahren zu: "Chirurgie plädiert für den Einsatz von KI zur Sepsis-Früherkennung" Chirurgie plädiert für den Einsatz von KI zur Sepsis-Früherkennung Anlässlich des heutigen Welt-Sepsis-Tages hebt die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz zur Früherkennung einer Sepsis und zur Vermeidung sepsisbedingter Todesfälle hervor.