Nächtliche Hypoxämie bei progressiver fibrotischer Interstitieller Lungenerkrankung: Assoziation mit Symptomprogression und Mortalität14. März 2024 LONDON (Biermann) – Die Frage, welcher Zusammenhang zwischen nächtlicher Hypoxämie (NH) und Obstruktiver Schlafapnoe einerseits und dem klinischen Verlauf einer fibrotischen Interstitiellen Lungenerkrankung (F-ILD) besteht, haben Wissenschaftler aus England und Irland jüngst untersucht. An der prospektiven Kohortenstudie nahmen Patienten mit F-ILD und ohne Tageshypoxämie teil, die sich zu Beginn der Untersuchung in den eigenen 4 Wänden einer Schlafuntersuchung unterzogen und ≥1 Jahr oder bis zu ihrem Tod nachbeobachtet wurden. Man definierte eine NH als ≥10 % des Schlafes mit einer Sauerstoffsättigung von <90 % und eine OSA als ein Apnoe-Hypopnoe-Index von ≥15 Ereignissen/h. Von 102 Teilnehmern (74,5 % Männer; Alter 73,0±8,7 Jahre; forcierte Vitalkapazität 2,74±0,78 l; 91,1 % mit Idiopathischer Lungenfibrose) zeigten 20 (19,6 %) eine länger andauernde NH und 32 (31,4 %) wurden als OSA-Patienten eingestuft. Zu Beginn der Studie stellten die Forschenden keine signifikanten Unterschiede zwischen Patienten mit und ohne NH oder OSA fest. Dennoch war eine NH sowohl mit einem rascheren Rückgang der Lebensqualität (ermittelt anhand des King‘s Brief Interstitial Lung Disease; Veränderung -11,3±5,3 Punkte in der NH-Gruppe vs. -6,7±6,5 in der Gruppe ohne NH; p=0,005) als auch mit einer höheren Gesamtmortalität nach 1 Jahr verbunden (HR 8,21; 95 %-KI 2,40–28,1; p<0,001). Die Studienautoren konnten keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen hinsichtlich der jährlichen Veränderung bei Lungenfunktionstests ausmachen. (ac) Autoren: Myall KJ et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Nocturnal Hypoxemia Associates With Symptom Progression and Mortality in Patients With Progressive Fibrotic Interstitial Lung Disease Quelle: Chest 2023;164(5):1232–1242. doi: 10.1016/j.chest.2023.05.013
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