NAFLD: Signifikanter Risikofaktor für chronische Nierenerkrankungen

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Da die Prävalenz einer nicht alkoholischen Fettleber (NAFLD) steigt, ist es notwendig, ihre potenziellen Auswirkungen auf die Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) zu verstehen. Wissenschaftler aus Florida, USA, bestimmten daher die longitudinale Assoziation von NAFLD mit der Entwicklung einer fortgeschrittenen CKD in den Vereinigten Staaten.

Die Studie wurde mittels einer retrospektiven Kohortenanalyse der Truven Health MarketScan Datenbank (2006–2015) durchgeführt. Das Risiko einer Entwicklung der CKD-Stadien 3–5 bei NAFLD-Patienten wurde mit dem Risiko bei Nicht-NAFLD-Patienten verglichen. In einer Kohorte von 262.619 neu diagnostizierten NAFLD-Patienten und 769.878 angepassten Nicht-NAFLD-Patienten (Propensity-Score-Matching 1:3) wurden 5766 bzw. 8655 neue fortgeschrittene CKD-Fälle (Stadium 3–5) identifiziert.

Die CKD-Inzidenzrate betrug 8,2 bzw. 5,5/1000 Personenjahre in der NAFLD- bzw. Nicht-NAFLD-Gruppe. Zudem hatten Patienten mit NAFLD im Vergleich zu Nicht-NAFLD-Patienten ein um 41 % erhöhtes Risiko, eine fortgeschrittene CKD zu entwickeln (angepasste HR (aHR 1,41; 95 %-KI 1,36–1,46). In einer Sensitivitätsanalyse, die zeitvariable Kovariate nach der NAFLD-Diagnose berücksichtigte, blieb NAFLD als signifikanter CKD-Risikofaktor bestehen (aHR 1,58; 95 %-KI 1,52–1,66).

Diese Assoziation blieb auch signifikant, wenn sie nach Alter, Geschlecht und bereits vorhandenen Komorbiditäten stratifiziert wurde. Das CKD-Risiko stieg außerdem bei einer NAFLD mit kompensierter
Zirrhose (aHR 1,47; 95 %-KI 1,36–1,59) und dekompensierter Zirrhose (aHR 2,28; 95 %-KI 2,12–2,46).

Eine NAFLD ist unabhängig mit einem erhöhten Risiko für eine fortgeschrittene CKD-Entwicklung assoziiert und erfordert ein Nierenfunktionsscreening sowie eine regelmäßige Überwachung der betroffenen Patienten.

(je)