NAKO-Studie zeigt psychosoziale Auswirkungen der COVID-19-Pandemie

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Eine COVID-19-Befragung der NAKO-TeilnehmerInnen im Mai zeigt, dass sich das neuartige Virus und seine Gegenmaßnahmen auf die allgemeine und die psychische Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland ausgewirkt haben. Zu verzeichnen ist eine signifikante Zunahme von depressiven und Angstsymptomen sowie Stress.

Welche Auswirkungen haben Infektionen mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 und die Schutzmaßnahmen auf die Menschen in Deutschland? Diese Fragen beantwortet eine Sonderbefragung der NAKO-Gesundheitsstudie (NAKO) unter ihren rund 205.000 TeilnehmerInnen. 159.562 Individuen haben sich während des Lockdowns im Frühjahr 2020 daran beteiligt. Die in den ersten vier Wochen im Mai eingegangenen 113.928 Rückantworten bilden den Schwerpunkt einer ersten Auswertung der Daten.

Die TeilnehmerInnen wurden befragt, ob bei ihnen ein COVID-19-Test durchgeführt wurde und welche Symptome aufgetreten waren. Zusätzlich wurde der subjektiv empfundene Gesundheitszustand ermittelt. Dabei wurden insbesondere depressive Symptome, Angstsymptome und Stress erfragt.

Bis Mai 2020 waren 4,6 Prozent der Befragten auf COVID-19 getestet worden, aber nur 344 (0,3 Prozent) von diesen waren Corona-positiv. „Symptome einer Depression und einer Angststörung nahmen bei den TeilnehmerInnen unter 60 Jahren zu, besonders bei jungen Frauen“, sagt Prof. Karin Michels, Leiterin des NAKO-Standorts Freiburg und Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie am Universitätsklinikum Freiburg. Der Anteil derjenigen mit moderat bis schwer ausgeprägten, depressiven Symptomen, stieg von 6,4 auf 8,8 Prozent. „Der selbst empfundene Stress nahm in allen Altersgruppen und beiden Geschlechtern zu, vor allem in der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen, aber auch bei Älteren“, so Michels weiter. Die Ergebnisse deuten deutlich darauf hin, dass sich die erste Welle der Pandemie sowie die getroffenen Schutzmaßnahmen negativ auf die psychische Gesundheit ausgewirkt haben.

Doch nicht nur Negatives ist aus der Zeit der ersten Welle zu berichten. 32 Prozent der StudienteilnehmerInnen schätzten zu Zeiten des ersten Lockdowns im Vergleich zur Erstbefragung vor rund fünf Jahren ihre eigene Gesundheit als besser ein. Prof. Annette Peters, Vorstandsvorsitzende der NAKO und Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, hebt die besondere Bedeutung der Studie hervor: „Die NAKO-Gesundheitsstudie eignet sich hervorragend, um zu untersuchen, ob die veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen während der Pandemie nicht nur kurzfristig Auswirkungen auf die Gesundheit haben, sondern auch langfristig die Entwicklung von Volkskrankheiten beeinflussen werden.“