Nasale Kongestion: Behandlung mit Oxymetazolin und Corticosteroiden

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Chronische nasale Kongestion lässt sich mit einer Kombination aus Oxymetazolin und Budenosid wirksam behandeln – auch wenn das Langzeitrisiko einer erneuten Verstopfung nicht ausgeschlossen werden kann.

Die Langzeitanwendung von Oxymetazolin, einem hochwirksamen abschwellendem Medikament, ist mit einem Rebound-Effekt verbunden. Frühere Studien konnten zeigen, dass intranasale Steroide Tachyphylaxie und Rebound-Effekte verhindern können. Dies könnte eine langfristige kombinierte Anwendung von Oxymetazolin und intranasalen Steroiden bei Patienten mit chronischer nasaler Kongestion ermöglichen.

Nasale Kongestion wirksam therapieren – Ohne Rebound-Effekt?

Die randomisierte klinische Studie des Teams um Erstautor Dr. Lucas M Cruz von der Washington University School of Medicine in St. Louis (USA) hatte die Frage im Fokus, ob sich mit einer Kombination aus Oxymetazolin und Budesonid als Nasenspray eine chronische nasale Kongestion langfristig wirksam behandeln lässt, ohne eine Rebound-Verstopfung auszulösen.

Nach vier Wochen lag die die Ansprechrate in der Oxymetazolin-Budenosid-Gruppe bei 24 von 29 (83 %) Teilnehmern, verglichen mit zehn von 28 (36 %) in der Budenosid-Gruppe – eine Differenz von 47 Prozentpunkten. Während der Studie beobachteten die Studienautoren keine Symptome einer erneuten nasalen Obstruktion. Damit kann die Kombinationstherapie eine Behandlungsoption für Patienten mit therapieresistenter nasaler Kongestion sein. Allerdings lässt ich ein langfristiges Risiko einer erneuten Nasenverstopfung nicht ausschließen.

Vier Wochen Oxymetazolin/Budenosid, drei Wochen ausschleichen

Diese Studie war eine einfachblinde, randomisierte, klinische Studie, die von Oktober 2024 bis Juli 2025 an der Washington University in St. Louis/Barnes Jewish Hospital durchgeführt wurde. Wichtige Einschlusskriterien waren Erwachsene mit chronischer Nasenobstruktion, vorherigem Therapieversagen mit topischen Steroiden und dem Fehlen einer chronischen Sinusitis.

Die Studienteilnehmer verwendeten zweimal täglich ein bereitgestelltes Nasenspray mit entweder Oxymetazolin/Budesonid oder Budesonid allein über einen Zeitraum von vier Wochen, gefolgt von einer dreiwöchigen Ausschleichphase. Bei zehn Teilnehmern wurden vor und nach der Behandlung Biopsien der unteren Nasenmuscheln zur histopathologischen Analyse der Veränderungen entnommen. Als primäre Zielgröße legten die Autoren die Ansprechrate, erhoben nach vierwöchiger Behandlung, fest und definiert als mindestens moderate Verbesserung auf der Skala „Clinical Global Impressions – Improvement“ (CGI-I). Rebound-Obstruktion oder Schwierigkeiten beim Absetzen des Sprays wurden anhand der Veränderungen auf der Skala „Clinical Global Impression – Severity“ (CGI-S) beurteilt.

Anteil der Responder in der Oxymetazolin-Gruppe deutlich höher

Insgesamt screente das Team 87 Personen, von denen 60 Teilnehmer wurden randomisiert wurden und schlossen die Ausgangsuntersuchungen abschlossen. Von den randomisierten Teilnehmern erhielten 31 Oxymetazolin/Budesonid-Spray (mittleres Alter [SD] bei Studieneinschluss: 46,0 [18,7] Jahre; 18 [58,1 %] weiblich; 13 [41,9 %] männlich), und 29 Teilnehmer erhielten Budesonid allein (mittleres Alter [SD]: 51,2 [17,1] Jahre; 17 [58,6 %] weiblich; 12 [41,4 %] männlich). In der Oxymetazolin/Budesonid-Gruppe sprachen 24 von 29 (83 %) Patienten auf die Behandlung an, verglichen mit 10 von 28 (36 %) in der Budesonid-Gruppe. Dies entspricht einer Differenz von 47 Prozentpunkten (95 %-KI: 25–70 Prozentpunkte). Bei keinem der Teilnehmer in der Oxymetazolin-Gruppe verschlechterte sich die Obstruktion während der aktiven Behandlung, was auf eine Rebound-Obstruktion hindeuten würde. Alle Patienten konnten Oxymetazolin problemlos absetzen. Auch unerwartete Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Weitere Studien zu langfristiger Therapie nasaler Kongestion

Zusammenfassend zeigte sich in der Oxymetazolin-Gruppe ein deutlich höherer Anteil klinisch relevanter Responder, die während der Studie keine Anzeichen oder Symptome einer medikamentösen Rhinitis aufwiesen. Damit kann nach Einschätzung der Studienautoren eine Langzeittherapie mit der Kombination Oxymetazolin/Budesonid bei Patienten mit chronischer nasaler Kongestion, die auf topische Steroide nicht ansprechen, erwogen werden.

Allerdings könne das Risiko einer Rebound-Verstopfung bei längerer Anwendung nicht ausgeschlossen werden, so die Autoren. Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf den begrenzten Studienzeitraum und betonten, dass zur Beurteilung der langfristigen Wirksamkeit und Sicherheit weitere Studien nötig seien. (ja/BIERMANN)


Originalpublikation: Lucas Cruz et al. Nasal Obstruction and Treatment With Oxymetazoline and Corticosteroids: A Randomized Clinical Trial. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg 2026 Oct 29:e263297.