Nasenabstrich erkennt frühe Anzeichen für Alzheimer25. März 2026 Bradley J. Goldstein und Vincent M. D’Anniballe bei der Arbeit. (Bild: © Duke Health/ Shawn Rocco) In einer neuen Studie zeigen Forscher von Duke Health, dass ein schneller, ambulanter Nasenabstrich frühe biologische Veränderungen im Zusammenhang mit Alzheimer nachweisen kann, noch bevor Denk- und Gedächtnisprobleme auftreten. Die Studie, veröffentlicht in „Nature Communications“, nutzte einen sanften Tupfer, der hoch in der Nase eingeführt wurde, um Nerven- und Immunzellen zu entnehmen. Bei der Analyse dieser Zellen fanden die Forscher klare Muster, die Menschen mit beginnender oder diagnostizierter Alzheimer-Krankheit von Menschen ohne die Krankheit unterschieden. „Wir wollen Alzheimer sehr früh bestätigen können, bevor sich im Gehirn Schäden ansammeln können“, erklärt Bradley J. Goldstein, korrespondierender Autor und Professor an den Abteilungen für Kopf- und Halschirurgie und Kommunikationswissenschaften, Zellbiologie und Neurobiologie der Duke University School of Medicine. Die Entnahme der Nasenzellen dauert nur wenige Minuten. Nach dem Auftragen eines Betäubungssprays führt ein Arzt ein feines Bürstchen in den oberen Nasenraum ein, wo sich die für die Geruchswahrnehmung zuständigen Nervenzellen befinden. Anschließend untersuchen die Forscher die entnommenen Zellen, um festzustellen, welche Gene aktiv sind – ein Hinweis darauf, was im Gehirn vor sich geht. Test erkennt Alzheimer mit einer Genauigkeit von 81 Prozent In der Studie wurden Proben von 22 Teilnehmern verglichen und die Aktivität Tausender Gene in Hunderttausenden Zellen mittels Einzelzell-RNA-Sequenzierung ermittelt, was Millionen einzelner Datenpunkten ergab. Der Nasenabstrich konnte frühe Veränderungen in Nerven- und Immunzellen nachweisen. Dies betrifft auch Personen, die im Labor Anzeichen von Alzheimer zeigten, aber noch keine Symptome aufwiesen. Ein kombinierter Gen-Score des Nasengewebes konnte frühe und klinische Alzheimer-Fälle in etwa 81 Prozent der Fälle korrekt von gesunden Kontrollpersonen unterscheiden. Die gängigen Bluttests für Alzheimer weisen Marker nach, die erst später im Krankheitsverlauf auftreten. Im Gegensatz dazu ermöglicht der Nasenabstrich die Untersuchung lebender Nerven- und Immunzellen und liefert damit einen früheren, direkteren Einblick in krankheitsbedingte Veränderungen. Dadurch können Risikopatienten frühzeitiger identifiziert werden. „Ein Großteil unseres Wissens über Alzheimer stammt aus Autopsiegewebe“, sagte Vincent M. D’Anniballe, Erstautor der Studie und Student im Medical Scientist Training Program an der Duke University. „Nun können wir lebendes Nervengewebe untersuchen, was neue Möglichkeiten für Diagnose und Behandlung eröffnet.“ Das Team der Duke University weitet die Forschung in Zusammenarbeit mit dem Duke & UNC Alzheimer’s Disease Research Center nun auf größere Gruppen aus und untersucht, ob der Abstrich helfen kann, den Behandlungserfolg im Zeitverlauf zu verfolgen. Für diesen Ansatz hat die Duke University ein US-Patent angemeldet. (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Alzheimer-Früherkennung: Alzheimer: Die Augen als Fenster zur Früherkennung Alzheimer-Demenz: Plasma-Aβ42/Aβ40 wird bereits bei sehr geringer Amyloidlast auffällig
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