Nasopharynxkarzinom: Tislelizumab plus Chemotherapie

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Eine aktuelle Studie legt Daten zur 3-Jahres-Wirksamkeit der Kombination aus Tislelizumab plus Chemotherapie zur Behandlung des rezidivierten oder metastasierten Nasopharynxkarzinoms vor.

Zwar gibt es vielversprechende Ergebnisse zur Therapie des rezidivierten oder metastasierten Nasopharynxkarzinom (NPC) mit Kombinationen aus Immun- und Chemotherapie, allerdings fehlen Langzeitdaten. Die Arbeit von Dr. Yunpeng Yang vom Sun Yat-sen University Cancer Center in Guangzhou und seinen Kollegen hatte das Ziel, die 3-Jahres-Wirksamkeit und Sicherheit von Tislelizumab plus Chemotherapie bei NPC-Patienten mit rezidivierter oder metastasierter Erkrankung zu evaluieren sowie potenzielle Biomarker für ein Therapieansprechen zu identifizieren. Die Studie ist im Volltext in „JAMA Oncology“ erschienen.

Studie mit therapienaiven Erwachsenen

Tatsächlich zeigen die Ergebnisse beim rezidivierten oder metastasiertem NPC für Tislelizumab plus Chemotherapie ein anhaltend verbessertes progressionsfreies Überleben (PFS) und einen klinisch bedeutsamen Vorteil im Gesamtüberleben (OS) gegenüber Placebo plus Chemotherapie. Das Sicherheitsprofil erwies sich als akzeptabel. Einen größeren Nutzen beobachteten Yang et al. bei Teilnehmenden mit aktivierten Immun-Signaturen, insbesondere hoher B‑Zell-Expression.

Die doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte klinische Phase-III-Studie RATIONALE-309 wurde von April 2019 bis Dezember 2023 in Asien durchgeführt. Sie schloss therapienaive Erwachsene mit histologisch oder zytologisch bestätigtem rezidivierten oder metastasierten NPC ein. Die Autoren randomisierten die Teilnehmenden im Verhältnis 1:1: Sie erhielten entweder Tislelizumab (200 mg intravenös) oder Placebo alle 3 Wochen, jeweils in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin über 4 bis 6 Zyklen. Teilnehmende der Placebo-Gruppe konnten bei Krankheitsprogression auf eine Tislelizumab-Monotherapie wechseln.

NPC: Verbessertes PFS unter Tislelizumab plus Chemotherapie

Als primären Endpunkt legte das Autorenteam das PFS, beurteilt durch ein unabhängiges Gremium, fest. Die primäre Hypothese (Überlegenheit des PFS unter Tislelizumab gegenüber Placebo) wurde vor Datenerhebung im Protokoll festgelegt. Sekundäre Endpunkte umfassten das OS, das PFS nach Folgetherapie sowie die Sicherheit.

Die 263 eingeschlossenen Teilnehmenden waren im Median 50 Jahre alt (Spanne 23–74), 206 von ihnen waren männlich (78,3%). Die mediane Nachbeobachtungszeit lag bei 27,5 Monaten (Spanne 0,1–53,0). Insgesamt wurden 131 Teilnehmende der Tislelizumab-Gruppe und 132 der Placebogruppe zugeteilt. Unter Tislelizumab plus Chemotherapie verbesserte sich das PFS im Vergleich zu Placebo plus Chemotherapie: Das medianes PFS betrug 9,6 Monate (95%-KI 7,6–11,6) vs. 7,4 Monate (95%-KI 5,6–7,6) unter Placebo (HR 0,53; 95%-KI 0,39–0,71).

Immunvermittelte Nebenwirkungen unter Tislelizumab häufiger

Das mediane OS lag bei 45,3 Monaten (95%-KI 33,4 bis nicht bestimmbar) für NPC-Patienten in der Tislelizumab/Chemotherapie-Gruppe vs. 31,8 Monate (95%-KI 25,0 bis nicht bestimmbar) (HR 0,73; 95%-KI 0,51–1,05). Adjustierte Analysen (RPSFT: HR 0,56; 95%-KI 0,27–1,19; Zwei-Stufen-Crossover-Analyse: HR 0,62; 95%-KI 0,40–0,97) zeigten einen größeren Überlebensvorteil.

Therapiebedingte Nebenwirkungen traten bei 100 Prozent der Teilnehmer im Tislelizumab-Arm und bei 99,2 Prozent im Placebo-Arm auf. Die Raten schwerer Nebenwirkungen (Grad ≥3) waren vergleichbar. Immunvermittelte Nebenwirkungen wurden unter Tislelizumab häufiger beobachtet (53,4% vs. 37,7%), jedoch überwiegend von Grad 1 oder 2. Eine hohe B‑Zell-Genexpression war mit einem größeren Überlebensvorteil assoziiert (HR 0,41; 95%-KI 0,23–0,74). (ja/BIERMANN)

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