Nasopharynxkarzinom und Strahlentherapie: Akuter oraler Mukositis vorbeugen5. Januar 2026 Foto: MQ-Illustrations/stock.adobe.com Eine aktuelle Studie zeigt, dass bakterielle Dekolonisierung mit Mupirocin-Salbe schwere strahlenbedingte orale Mukositis bei Patienten mit Nasopharynxkarzinom reduziert. Auch siedelten signifikant weniger Staphylococcus aureus in Mund und Nase. Die akute strahlenbedingte orale Mukositis (AROM) ist eine wichtige dosislimitierende toxische Wirkung bei Patienten mit Nasopharynxkarzinom (NPC), die strahlentherapeutisch behandelt werden. Eine Verringerung der schweren (Grad ≥3) AROM könnte Behandlungstoleranz und Lebensqualität verbessern. Mit ihrer offenen, randomisierten, klinischen Phase-III-Studie bewertete ein Team um Zhaohui Liao vom Jiangxi Cancer Hospital in Jiangxi (China) die Wirksamkeit einer bakteriellen Dekolonisierung (BD) mittels Mupirocin-Nasensalbe im Vergleich zur Standardtherapie (SoC) zur Linderung einer schweren AROM, durch Verringern der Kolonisierung der Nasen- und Mundschleimhaut mit Staphylococcus aureus während der Strahlentherapie bei NPC. Ihre Arbeit haben Liao Z et al. im Fachjournal „JAMA Oncology“ veröffentlicht. Zielkriterium: Inzidenz einer schweren AROM Die Studie schloss NPC-Patienten ein, die zwischen Juli 2023 und Februar 2024 mit einer definitive Radiochemotherapie behandelt wurden. Die Patienten der BD-Gruppe erhielten an 3 Tagen vor der Strahlentherapie 2-mal täglich Mupirocin-Nasensalbe. Die Therapie wurde 5 Tage lang durchgeführt, gefolgt von einer einwöchigen Pause. Der Zyklus wurde während der gesamten Strahlentherapie wiederholt. Die Patienten der SoC-Gruppe erhielten die übliche Nasen- und Mundpflege. Primäres Zielkriterium war die Inzidenz einer schweren (Grad ≥ 3) AROM, beurteilt von unabhängigen, der Gruppenzuteilung gegenüber verblindete Gutachtern. Als sekundäre Zielkriterien legten die Autoren die Lebensqualität, erfasst mit dem Quality-of-Life Questionnaire-Head and Neck 43 (QLQ-H&N43) und die Besiedlungsdichte der Nasen- und Mundschleimhaut durch S. aureus fest. Risiko einer schweren AROM sank Insgesamt wurden 176 Patienten (mittleres Alter [SD] 52,1 [10,1] Jahre; 42 weiblich [23,9 %]) randomisiert der BD-Interventionsgruppe (n=88) oder der SoC-Gruppe (n=88) zugeteilt. In der BD-Gruppe traten schwere AROM bei 20 von 88 Patienten (22,7 %) auf, verglichen mit 42 (47,7 %) in der SoC-Gruppe (relatives Risiko 0,48; 95 %-KI 0,31–0,74; p<0,001). Die multivariate logistische Regressionsanalyse bestätigte den Effekt der BD auf die Risiko-Reduktion schwerer AROM (OR 0,27; 95 %-KI 0,13–0,54; p < 0,001). Die QLQ-H&N43-Bewertung zeigte, dass die BD die Symptomstärke während der Strahlentherapie im Vergleich zur SoC signifikant reduzierte. Die medianen Schmerzwerte waren niedriger (25,0 [25,0–50,0] vs. 50,0 [25,0–50,0]). Es traten weniger Schluckbeschwerden auf (8,3 [8,3–33,3] vs. 33,3 [8,3–33,3]). Die Raten der Kolonisierung durch S. aureus waren am Ende der Strahlentherapie in der BD-Gruppe niedriger als in der SoC-Gruppe: nasal 9,4 % (8 von 85) vs. 22,9 % (19 von 83) und oral 5,9 % (5 von 85) vs. 20,5 % (17 von 83). Ergebnisse betonen Potenzial des mikrobiellen Managements Wie die Studie belegt, reduzierte die Behandlung mit Mupirocin-Nasensalbe schwere AROM effektiv. Außerdem verbesserte sich die Lebensqualität der NPC-Patienten durch Linderung von Mundschmerzen und Schluckbeschwerden. Zudem waren sowohl nasale als auch orale Besiedlung mit S. aureus während der Strahlentherapie signifikant reduziert. Damit ist der in der Studie untersuchte Ansatz eine kosteneffektive Strategie für das AROM-Management. Zur Bestätigung der Ergebnisse sind weitere Studien erforderlich, schreiben die Autoren. Sie betonten, dass ihre Resultate trotzdem das Potenzial des mikrobiellen Managements zur Reduzierung strahlenbedingter Komplikationen bei NPC-Patienten unterstreichen. (ja/BIERMANN)
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