Nationales Nierentauschprogramm: Gute Alternative für Patienten mit inkompatiblem Spender

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Nierentauschprogramme (kidney exchange programs [KEPs]) erleichtern Lebendspender-Nierentransplantationen (living donor kidney transplantations [LDKTs]) für Patienten mit inkompatiblen Spendern, die aufgrund einer höheren Sensibilisierung und einer bereits längeren Dialyse in der Regel ein höheres Risiko aufweisen als Nicht-KEP-Patienten.

Niederländische Wissenschaftler berichten jetzt, dass die KEPs tatsächlich eine praktikable Alternative für Patienten darstellen, die keinen kompatiblen Spender haben. Dadurch können spezifische und invasive Behandlungen vor und nach der Transplantation vermieden werden.

Die ähnliche Überlebensrate von Nierentransplantationen im KEP im Vergleich zu Nicht-KEPs spricht dafür, KEP-LDKTs gegenüber Nierentransplantationen verstorbener Spender, Desensibilisierung und Dialyse zu bevorzugen. Nach Ansicht der Autoren sollten jedoch die identifizierten Risikofaktoren bei der Planung und dem Management der Versorgung vor und nach der Transplantation berücksichtigt werden, um die Ergebnisse der Patienten zu verbessern. Sie plädieren daher für die breite Einführung von KEPs und die Etablierung in Regionen, in denen solche Programme fehlen, sowie für die Initiierung und Ausweitung internationaler Kooperationen.

Überleben nach einem, fünf und zehn Jahren als Endpunkte

Die Forscher bezogen alle LDKTs, die zwischen 2004 und 2021 in den Niederlanden durchgeführt wurden, in ihre Studie ein. Als primäre Endpunkte untersuchten sie das Ein-, das Fünf- und das Zehn-Jahres-todeszensierte Transplantatüberleben. Weiterhin analysierten sie als sekundäre Endpunkte eine verzögerte Transplantat­funktion, Transplantatfunktion, Abstoßungsraten und Patientenüberleben.

Bei 7536 LDKTs erhielten 694 (9%) ein Transplantat über das KEP. Das Zehn-Jahres-Transplantatüber­leben war bei Teilnahme am KEP (Hazard Ratio [HR] 0,916; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,894–0,939) und Nicht-KEP ähnlich (HR 0,919; 95%-KI 0,912–0,926; p=0,82).

Signifikante Risikofaktoren für geringeres Transplantatüberleben

Die Wissenschaftler fanden signifikante Unterschiede bei der Fünf-Jahres-Abstoßung (12 vs. 7 %) und der Fünf-Jahres-Überlebensrate der Patienten (KEP: 84%; Nicht-KEP: 90%), die nach dem Propensity-Score-Matching nicht mehr signifikant war. Zu den signifikanten Risikofaktoren für eine geringere Transplantatüberlebensrate gehörten ein hohes Alter des Spenders, Retransplantationen, eine längere Dialyse, höhere reaktive Antikörper und das Nephrotische Syndrom als Ursache der Nierenerkrankung im Endstadium.

(jh)