Neoadjuvante duale Checkpoint-Blockade beim resektablen Melanom mit hohem Risiko15. Oktober 2024 CLEVELAND (Biermann) – Wie sieht das optimale neoadjuvante Behandlungsregime für Patienten mit resektablem Melanom mit hohem Risiko (HRRM) aus? Dieser Frage gingen Dr. Ankit Mangla vom University Hospitals Seidman Cancer Center in Cleveland, USA, und seine Kollegen in ihrer aktuellen Studie nach und verglichen Sicherheit und Wirksamkeit von dualen Checkpoint-Inhibitoren (DCPI) mit einer Anti-PD1-Therapie. In ihrer gepoolten Analyse von 6 klinischen Studien war die DCPI mit Ipilimumab und Nivolumab (IPI-NIVO) mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für pathologische und radiologische Remissionen verbunden, allerdings auf Kosten eines höheren Risikos für immunbedingte Nebenwirkungen (irAEs) der Grade 3 und 4. In die gepoolte Analyse gingen klinische Studien der Phase I, II oder III ein, welche die Anti-PD1-Monotherapie und die Kombination von Anti-CTLA4* mit Anti-PD1 im neoadjuvanten Setting speziell bei Patienten mit HRRM untersuchten und zwischen 01/2018 und 03/2023 veröffentlicht wurden. Unter 573 Patienten, die an einer der 6 klinischen Studien teilnahmen, war die neoadjuvante Therapie mit DCPI mit höheren Odds für eine pathologische CR (pCR) verbunden als die Anti-PD1-Monotherapie (OR 3,16; P<0,001). Die DCPI war mit höheren Odds für irAEs von Grad 3/4 verbunden als die Anti-PD1-Monotherapie (OR 3,75; P<0,001). Beim Vergleich des Behandlungsschemas mit alternativer IPI-NIVO-Dosis (1 mg/kg IPI, 3 mg/kg NIVO) mit der konventionellen Dosierung (3 mg/kg IPI, 1 mg/kg NIVO), konnte kein statistisch signifikanter Unterschied bei radiologischem CR (rCR), radiologischem ORR (rORR), radiologischen Progressionen oder pCR festgestellt werden. Allerdings war das IPI-NIVO-Behandlungsschema mit konventioneller Dosis mit einer Zunahme von irAEs der Grade 3/4 verbunden (OR 4,76; P<0,001). Die konventionelle IPI-NIVO-Dosis war vs. Anti-PD1-Monotherapie mit höheren Odds für eine verbesserte rORR (OR 1,95; P=0,046) und pCR (OR 2,99; P<0,001) assoziiert. Die alternative IPI-NIVO-Dosis war vs. Anti-PD1-Monotherapie ebenfalls mit höheren Odds für eine rCR (OR 2,55; P=0,03) und pCR (OR 3,87; P<0,001) verbunden. Das Risiko für irAEs der Grade 3/4 fiel sowohl bei der konventionellen Dosierung von IPI-NIVO (OR 9,59; P<0,001) als auch bei der alternativen (OR 2,02; P=0,02) höher aus als bei einer Anti-PD1-Monotherapie. (sf) *cytotoxic T-lymphocyte-associated Protein 4 Autoren: Mangla A et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Neoadjuvant Dual Checkpoint Inhibitors vs Anti-PD1 Therapy in High-Risk Resectable Melanoma: A Pooled AnalysisQuelle: JAMA Oncol 2024;10(5):612–620. (open access)Web: doi.org/10.1001/jamaoncol.2023.7333
Mehr erfahren zu: "ONCOlleg stärkt Patientenperspektive in der Krebsversorgung" ONCOlleg stärkt Patientenperspektive in der Krebsversorgung Mit ONCOlleg hat das Mitteldeutsche Krebszentrum der Universitätskliniken Leipzig und Jena (CCCG) eine neue Fortbildungsreihe gestartet. Mit ihr sollen Patienten und deren Angehörige während bzw. nach einer Krebserkrankung noch enger […]
Mehr erfahren zu: "Porokeratose erhöht das Risiko für weißen Hautkrebs" Porokeratose erhöht das Risiko für weißen Hautkrebs Wie beeinflusst eine Porokeratose das Hautkrebsrisiko? Bisherige Studien zeigten ein erhöhtes Risiko vor allem für Keratinozyten-Karzinome (KC), wobei der stärkste Zusammenhang für das Plattenepithelkarzinom (SCC) beobachtet wurde.
Mehr erfahren zu: "Transkranieller Ultraschall verändert Schmerzverarbeitung im Gehirn" Transkranieller Ultraschall verändert Schmerzverarbeitung im Gehirn Eine neue Studie legt den Grundstein zum Verständnis der neuronalen Vorgänge bei tiefer Hirnstimulation mittels Ultraschall. Sie deutet an, dass die Methode eine nicht invasive Therapieoption für Menschen mit chronischen […]