Neoadjuvante Therapie vor Zystektomie: TAR-200 plus Cetrelimab überzeugt in Primäranalyse

TAR-200 gibt in der Blase Gemcitabin ab. Foto: Johnson & Johnson

Die Hinzunahme eines Gemcitabin abgebenden Systems in Kombination mit dem Checkpoint-Inhibitor Cetrelimab hat als neoadjuvante Therapie bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkrebs (MIBC) bessere Erfolge erzielt als Cetrelimab allein.

Dies ergibt die Primäranalyse der SunRISe-4-Studie, die in der Ausgabe 44/2026 des „Journal of Clinical Oncology“ erschienen ist. In ihrer Publikation berichten die Autoren auch über Biomarker-Analysen.

In der randomisierten, offenen, multizentrischen Phase-II-Studie wurde das Medizinprodukt TAR-200 in Kombination mit Cetrelimab gegenüber einer Cetrelimab-Monotherapie getestet. Es handelt sich dabei um eine neoadjuvante Therapie vor einer radikalen Zystektomie bei Patienten mit MIBC, für die eine neoadjuvante Cisplatin-basierte Chemotherapie nicht infrage kommt.

TAR-200 ist ein implantierbares Gerät, das über einen Katheter eingeführt wird, sich der Blase in Form einer Brezel entfaltet und den Wirkstoff dort über etwa drei Wochen abgibt. Hersteller und Studien-Sponsor ist Johnson & Johnson.

Chemotherapie kontraindiziert oder abgelehnt

Teilnehmen konnten MIBC-Patienten (cT2–T4a N0M0), die sich keiner platinbasierten neoadjuvanten Chemotherapie unterziehen konnten, da sie aufgrund ihres körperlichen Zustands nicht dafür geeignet waren oder weil sie diese ablehnten. Sie wurden im Verhältnis 5:3 randomisiert, stratifiziert nach der Vollständigkeit der transurethralen Resektion des Blasentumors (Resttumor ≤3 cm zulässig) und dem T-Stadium. Sie erhielten entweder TAR-200 plus Cetrelimab (Kohorte 1) oder Cetrelimab als Monotherapie (Kohorte 2).

Der primäre Endpunkt war das pathologische Komplettansprechen (pCR) nach RC. Zu den sekundären Endpunkten gehörten das rezidivfreie Überleben (RFS) und die Sicherheit. Explorative Endpunkte umfassten das pathologische Gesamtansprechen (pOR; ≤ypT1N0) sowie eine molekulare Resterkrankung (MRD), definiert als Nachweis zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) im Blut oder Tumor-DNA im Urin (utDNA).

Deutlich bessere Überlebensraten

Bis zum Stichtag am 09.05.2025 wurden 159 Patienten behandelt. 88 Teilnehmer in Kohorte 1 und 46 in Kohorte 2 unterzogen sich einer radikalen Zystektomie. Die Raten für pCR, pOR und RFS nach einem Jahr betrugen 38 %, 53 % und 77 % in Kohorte 1 bzw. 28 %, 44 % bzw. 64 % in Kohorte 2. Die pCR-Raten waren in allen Subgruppen konsistent. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet.

Kohortenübergreifend korrelierten ein negativer utDNA-Status vor der radikalen Zystektomie (Woche 12) und die utDNA-Clearance mit der pCR (p<10⁻⁵ bzw. p<10⁻³). Ein negativer ctDNA-Status zu Studienbeginn und in Woche 12 war im Vergleich zum positiven ctDNA-Status zum gleichen Zeitpunkt mit einem längeren rezidivfreien Überleben assoziiert (p=0,04 bzw. p=0,01).

„Die Kombination von TAR-200 und Cetrelimab führte im Vergleich zur Cetrelimab-Monotherapie zu höheren pCR-, pOR- und 1-Jahres-RFS-Raten und unterstützt somit weitere Untersuchungen dieser neoadjuvanten Kombination bei MIBC“, resümieren die Autoren. Auch sollten utDNA und ctDNA als Biomarker für lokales bzw. nicht lokales Resttumorgewebe weiter erforscht werden, raten sie.

(ms/BIERMANN)

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Gute Daten für Gemcitabin-freisetzendes System bei BCG-resistentem, nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom mit hohem Risiko

Zirkulierende Tumor-DNA mit hoher prognostischer Aussagekraft bei muskelinvasivem Blasenkrebs