Netzhautstruktur und mentale Beeinträchtigungen bei Typ-2-Diabetes10. Mai 2024 © auremar – stock.adobe.com (Symbolbild) Typ-2-Diabetes (T2D) wird mit kognitiven Beeinträchtigungen und einem doppelt so hohen Demenzrisiko in Verbindung gebracht, verglichen mit gleichaltrigen Personen ohne Diabetes. Da das Auge und das Gehirn einen sehr ähnlichen embryologischen Ursprung und vergleichbare anatomische Merkmale aufweisen, könnten eine retinale und zerebrale Neurodegeneration parallel verlaufen, wobei die Netzhaut einen einzigartigen Einblick in das Gehirn bieten könnte. Ein internationales Forscherteam führte eine Studie durch, um herauszufinden, ob es bei Personen mit T2D mit oder ohne leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI) einen Unterschied bei den auf der Netzhautbildgebung basierenden neuronalen und vaskulären Markern gibt. Es handelte sich um eine prospektive Querschnittsstudie, in die Personen mit T2D einbezogen wurden, die mithilfe der Funen Diabetes Database (FDDB), einer 2003 eingerichteten regionalen Diabetes-Datenbank für Süddänemark, identifiziert wurden. Das Register enthält Informationen über relevante klinische Daten, wie Alter, Diabetestyp, BMI, Blutdruck, Ergebnisse des Screenings auf Diabetische Retinopathie und Informationen über Begleiterkrankungen wie Akutes Koronarsyndrom und zerebrovaskuläre Zwischenfälle. An der Studie nahmen 134 Personen mit T2D teil. Auf der Grundlage neuropsychologischer Tests lag die Prävalenz von MCI bei 28%. Zur Analyse der Netzhautmarker wurden 7-Feld-Farbfundusaufnahmen, optische Kohärenztomographie (OCT), OCT-Angiographie (OCT-A) und Netzhaut-Oximetrie durchgeführt. In Clusteranalysen ergab sich, dass Personen mit MCI eine signifikant dünnere makuläre retinale Nervenfaserschicht und makuläre Ganglienzellschicht sowie eine geringere venöse Sauerstoffsättigung im nasalen Quadranten aufwiesen als Personen ohne MCI. Unterschiede in der fraktalen Dimension, der Dichte der Netzhautgefäße, der Breite, der Tortuosität oder in den OCT-A-Markern lagen nicht vor. Fazit Laut den Studienautoren weisen Menschen mit T2D und MCI deutliche Veränderungen in der Netzhautstruktur und im Stoffwechsel auf. Daher könnten nichtinvasive Netzhautmarker dazu nützlich sein, um bei T2D-Patienten ein Risiko für kognitive Störungen frühzeitig zu erkennen. (bi) Autoren: Pedersen FN et al. Korrespondenz: Frederik Pedersen; [email protected] Studie: Structural and Metabolic Retinal Changes Associated With Mild Cognitive Impairment in Type 2 Diabetes Quelle: Diabetes 2023;72(12):1853–1863. Web: https://doi.org/10.2337/db23-0025
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