Neu entdeckte Seestern-Art wird in Top 10 der 2023 beschriebenen marinen Arten aufgenommen20. März 2024 Unter den TOP 10 der neu beschriebenen Arten: Xyloplax princealberti. Foto: © Benjamin Grupe Ein internationales Team rund um Senckenberg-Wissenschaftler PD Dr. Ekin Tilic hat die neue Seesternart Xyloplax princealberti beschrieben. Die Forschenden fanden die neue Spezies im nordwestlichen Pazifik in Tiefen von über 2000 Metern. Der an Gänseblümchen erinnernde, nur etwa ein Zentimeter große Seestern aus der Gattung Xyloplax wurde heute in die Top-Ten-Liste 2023 der neu beschriebenen marinen Arten des World Register of Marine Species (WoRMS) aufgenommen. Die Seesterne unterscheiden sich bezüglich ihres Lebensraums und ihrer Fortpflanzungsmethoden überraschend von den bislang bekannten Xyloplax-Arten. Jeden Tag sind TaxonomInnen in Laboren, Museen und bei der Feldarbeit damit beschäftigt, neue Arten zu sammeln, zu klassifizieren, zu identifizieren, zu vergleichen, zu beschreiben und zu benennen. „Die heute von WoRMS ausgezeichnete Seesternart Xyloplax princealberti wurde von uns im vergangenen Jahr neu entdeckt und benannt“, erklärt PD Dr. Ekin Tilic vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und fährt fort: „Auf den ersten Blick ist der nur etwa ein Zentimeter große, kreisförmige Organismus aus der Gattung Xyloplax kaum als Seestern zu erkennen. Das zarte, blumenförmige Aussehen, welches den Tieren den Spitznamen ‚See-Gänseblümchen‘ bescherte, führte sogar dazu, dass man sie vor ihrer genetischen Sequenzierung für eine eigene Klasse von Stachelhäutern hielt.“ Das zarte, blumenförmige Aussehen bescherte den kleinen Seesternen den Spitznamen „See-Gänseblümchen“. Foto: © Ekin Tilic Vor der Neubeschreibung durch Tilic und Co. waren nur drei Arten der Gattung Xyloplax bekannt, die allesamt auf versunkenem Holz in der Tiefsee gefunden wurden, das ihnen vermutlich als Nahrungsquelle dient. Die neue und vierte Art Xyloplax princealberti wiesen die Forschenden von der Küste Kanadas bis zum Golf von Kalifornien und Costa Rica nach und erweiterten so das bislang bekannte Verbreitungsgebiet der Gattung deutlich. Benannt wurde der neue Seestern nach Fürst Albert II. von Monaco für seine Unterstützung des Meeresschutzes und seinen Einsatz gegen die Jagd auf Wale, Haie und Robben sowie gegen die Überfischung der Meere. „Tiefsee-Gänseblümchen” besitzt männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane „Überraschenderweise fanden wir die winzigen Seesterne außerdem nicht nur auf Holzresten, sondern auch auf Röhrenwürmern (Ridgeia piscesae), die an Tiefsee-Hydrothermalquellen leben. Wir vermuten daher, dass die neu entdeckte Art für ihre Ernährung nicht auf Holz angewiesen ist, sondern die bakterienreiche Umgebung der Quellen zur Nahrungsaufnahme nutzt – ob die Seesterne direkt Bakterien konsumieren oder ob sie eine Symbiose eingehen, muss noch untersucht werden“, so der Frankfurter Meeresforscher. Im Gegensatz zu den drei anderen Xyloplax-Arten ist Xyloplax princealberti zudem hermaphroditisch – die Seesterne besitzen sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane. Tilic ergänzt: „Das ist ein großer Vorteil bei der Suche nach einer geeigneten Partnerschaft in den dunklen Tiefen des Ozeans!“ „Das neu beschriebene ‚Tiefsee-Gänseblümchen‘ ist ein weiteres Beispiel für die vielen Organismen, die in den Weltmeeren auf ihre Entdeckung warten. Jede neue Art bringt uns in unserem Verständnis der Natur und der Prozesse in den Ökosystemen weiter und hilft uns letztlich diese zu schützen“, schließt Tilic.
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