Neu entdecktes Bindeglied verbindet Zellsignalweg mit der Entwicklung von Speiseröhrenkrebs und Barrett-Ösophagus29. Juli 2022 Abbildung: © pikovit/stock.adobe.com Ein Forscherteam der Case Western Reserve University School of Medicine (USA) und des Case Comprehensive Cancer Center glaubt, einen Zellsignalweg identifiziert zu haben, der für die Entwicklung von Adenokarzinomen des Ösophagus verantwortlich ist. „Die Inzidenz von Speiseröhrenkrebs hat in den vergangenen Jahrzehnten um ein Vielfaches zugenommen und ist damit die häufigste bösartige Erkrankung der Speiseröhre in den USA“, erklärt Kishore Guda, außerordentlicher Professor an der School of Medicine und Mitarbeiter des Case Comprehensive Cancer Center. „Wie Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sind dies hochaggressive bösartige Tumore, die gegen eine Behandlung resistent sein können, mit düsteren Überlebensraten und ohne wirksame zielgerichtete Therapien.“ Neue Forschungsergebnisse, die diesen Monat in „Gastroenterology“ veröffentlicht wurden, erklären, wie ein wichtiges molekulares Signal – Ephrin B2(EphB2)-Tyrosinkinase-Signalweg – während der Entwicklung von Adenokarzinomen des Ösophagus aktiviert wird und zum Krebswachstum beiträgt. Die Ergebnisse zeigen auch, dass der EphB2-Weg offenbar das Wachstum von Krebszellen kontrolliert und gleichzeitig das Verhalten normaler Speiseröhrenzellen reguliert. „Aus molekularer Sicht induziert EphB2 die Spiegel eines gut bekannten Pro-Krebs-Gens namens c-MYC. Ein Mechanismus, durch den EphB2 den MYC-Spiegel zu beeinflussen scheint, ist seine direkte Wechselwirkung mit einem Protein namens MYCBP2, das die MYC-Aktivität unterdrückt“, sagt Guda. „Dies ist unseres Wissens die erste Entdeckung, die die EphB2-Regulierung von MYC und seine physikalische Wechselwirkung mit MYCBP2 zeigt.“ Durch die Analyse normaler, präkanzeröser und kanzeröser Biopsien mittels RNA-Sequenzierung fanden die Wissenschaftler heraus, dass die EphB2-Signalübertragung in fast allen Fällen von Adenokarzinomen des Ösophagus sowie Barrett-Ösophagus hyperaktiviert ist. Die Forschenden glauben, dass der EphB2-Signalweg ein interessantes therapeutisches Ziel ist und die Unterdrückung seiner Aktivität bei Krebs eine vorteilhafte Behandlungsstrategie für diese Krebsarten darstellen könnte. „Unser unmittelbares Ziel ist die Erforschung und Entwicklung chemischer EphB2-Inhibitoren und/oder auf EphB2 gerichteter, auf Immunzellen basierenden Strategien sowie die Prüfung ihrer Wirksamkeit in präklinischen Ösophagus- und Magenkrebsmodellen, gefolgt von Studien am Menschen“, erklärt Guda.
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