Neu entwickeltes Sensor-Pflaster soll bei Schluckstörungen helfen9. Januar 2020 Der tragbare Sensor soll Patienten mit Schluckstörungen helfen. Foto: ©Jared Pike/Purdue University US-amerikanische Wissenschaftler haben einen Sensor entwickelt, der die Muskelaktivität beim Schlucken misst. Die Analyse der Daten soll die Therapie von Schluckstörungen unterstützen. Die Rehabilitation bei Schluckstörungen erfordert in der Regel therapeutisches Training der Kopf-Hals-Region. Diese Übungen können durch den Einsatz von Biofeedback-Geräten kontrolliert werden, die es meist nur in Kliniken und Praxen gibt. Wissenschaftler von der US-amerikanischen Purdue-Universität, Indiana, haben einen tragbaren Sensor entwickelt, der die Therapie von Schluckstörungen einfacher und kostengünstiger machen soll. „Wir wollten eine patientenfreundliche, tragbare und kostengünstige Lösung zur Verfügung stellen, um Schluckstörungen zu therapieren”, sagt Georgia Malandraki, Assistenzprofessorin für Sprechen, Sprache und Hören am Purdue University’s College of Health and Human Sciences. Die Wissenschaftler haben ein sensorisches Hautpflaster entwickelt, das auf die Halsregion geklebt werden kann. Kleine Kabel verbinden das Pflaster mit einer kabellosen Übertragungseinheit. Das Sensor-Pflaster misst Muskel- und Bewegungsaktivität beim Schlucken. Die Daten werden drahtlos zunächst an eine Speichereinheit geschickt, die der Betroffene an der Kleidung tragen kann. Später können die Daten von den Therapeuten analysiert werden. Eine vorklinische Studie mit einem Parkinson-Patienten mit Dysphagie und einem gesunden Probanden gab es bereits. Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler um Malandraki kürzlich im Fachjournal Science Adavances veröffentlicht. Wie die Autoren in ihrem Fazit schreiben, erwarten sie, dass das Sensor-Pflaster Patienten erlauben wird, Rehabilitationsübungen einfacher zu Hause auszuführen. Nach Ansicht der Autoren könnte das Sensor-Pflaster dazu beitragen, Programme für die Telerehabilitation von Schluckstörungen zu entwickeln. Das Sensor-Pflaster wird zur Zeit im Rahmen einer klinischen Studie getestet. Nach Angaben der Forscher sind die Pflaster aus kostengünstigen Materialien hergestellt und können etwa zehnmal benutzt und dann entsorgt werden. (ja) Originalpublikation:Kim MK et al. Flexible submental sensor patch with remote monitoring controls for management of oropharyngeal swallowing disorders. Science Advances 13 Dec 2019;5(12):eaay3210.
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