Neue Antibiotika-Produzenten beschrieben: Alte Schätze der DSMZ mit neuem Potenzial29. November 2024 Antibiotika-Produzent Streptomyces lonegramiae DSM 41529T auf M65-Agarplatte bei 28°C, benannt nach Lone Gram von Technical University of Denmark (DTU) für ihre bedeutenden Beiträge zur Erforschung mikrobieller Sekundärmetaboliten. Foto: DSMZ DZMZ-Forschende haben 28 Actinomyceten chararkterisiert: Alle wirken abtötend auf eine Auswahl von anderen Bakterien und Hefen, darunter auch antbiotikaresistente Keime. Forschende rund um Dr. Imen Nouioui und Prof. Yvonne Mast von der Abteilung Bioressourcen für Bioökonomie und Gesundheitsforschung am Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH haben 28 Actinomyceten charakterisiert und auf ihr biotechnologisches Potenzial untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diese Actinomyceten alle eine abtötende Wirkung gegenüber einer Auswahl von anderen Bakterien und Hefen haben. In vielen Actinomyceten schlummert biotechnologisches Potenzial Actinomyceten sind Bakterien, die bekannt dafür sind, bioaktive Stoffe zu produzieren. Zwei Drittel der angewendeten Antibiotika wurden ursprünglich aus diesen Bakterien isoliert. Die jetzt untersuchten Actinomyceten wurden bereits vor Jahrzehnten in der DSMZ-Sammlung hinterlegt, bisher aber nicht näher charakterisiert. In ihrer Studie untersuchten die Forschenden das Wirkstoffsynthesepotential von 28 Actinomyceten und konnten nachweisen, dass diese eine abtötende Wirkung gegenüber ausgewählten anderen Mikroorganismen haben. Dazu gehören auch klinisch relevante antibiotikaresistente Bakterien, die die Weltgesundheitsorganisation auf ihrer Bacterial Priority Pathogens List führt. Die Actinomyceten-Sammlung der DSMZ enthält mehr als 6.000 Stämme, die zum Teil noch nicht im Detail charakterisiert sind. „Unsere Studie zeigt, dass wir in unserem Institut noch viele unentdeckte Schätze haben“, fasst Mikrobiologin Mast zusammen. „Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Antibiotikaresistenz ist die Suche nach neuen Wirkstoffen extrem wichtig. Wir beforschen diese Stämme eingehend, um einen Mehrwert zu schaffen und unter anderem Produzenten potentiell neuartiger Wirkstoffe der Wissenschaftsgemeinschaft zur Verfügung stellen zu können.“ Benennung der neu beschriebenen Bakterien nach Wissenschaftlerinnen Im Rahmen der Studie wurden die Actinomyceten mit modernsten Methoden untersucht. Basierend auf den Ergebnissen wurden 26 Actinomyceten erstmals vollständig beschrieben und auch formell benannt. „Für uns ist diese Arbeit besonders wichtig, da sie die Bedeutung einer korrekten Identifizierung und Klassifizierung von Stämmen hervorhebt und gleichzeitig die unschätzbare Rolle von Kultursammlungen bei der Erhaltung interessanter Stämme unterstreicht, die für ein breites Spektrum der wissenschaftlichen Gemeinschaft von Nutzen sein können. Außerdem ist dies die erste Studie zur taxonomischen Beschreibung einer so großen Anzahl neuer Actinomyceten-Arten. Normalerweise werden immer nur einzelne oder wenige neue Arten beschrieben“, erläutert die Mikrobiologin Dr. Imen Nouioui. Dabei war es den Forschenden wichtig, den Gender Gap in der Taxonomie zu schließen. Bisher sind die meisten Bakterien nach Forschern benannt, Forscherinnen wurden in der Vergangenheit nur selten bedacht. Die 26 neu beschriebenen Actinomyceten wurden daher alle in Anlehnung an Wissenschaftlerinnen benannt, die mit ihrer Arbeit einen großen Beitrag zur Mikrobiologie geleistet haben.
Mehr erfahren zu: "Unimedizin Mainz: Stadt will wichtige Weichen stellen" Unimedizin Mainz: Stadt will wichtige Weichen stellen Der Gebäudebestand der einzigen Uniklinik von Rheinland-Pfalz ist marode. Es soll viel Geld in die Unimedizin Mainz investiert werden. Wo genau, das wird sich erst noch entscheiden. Bis dahin ist […]
Mehr erfahren zu: "ChatGPT-Modelle bei Gesundheitsfragen: Zu vorsichtig für die Versorgung" ChatGPT-Modelle bei Gesundheitsfragen: Zu vorsichtig für die Versorgung Laut einer Studie der Technischen Universität Berlin neigen ChatGPT-Modelle bei Gesundheitsfragen zu übervorsichtigen Empfehlungen. Für die gezielte Patienten-Steuerung im Gesundheitssystem reicht das aktuell nicht aus.
Mehr erfahren zu: "Kaltplasma könnte Allergenität von Erdnüssen verringern" Kaltplasma könnte Allergenität von Erdnüssen verringern Kaltplasma könnte Erdnüsse weniger allergen machen. Forschende reduzierten damit die allergene Wirkung von Erdnussproteinen um bis zu 70 Prozent.